Nach 80 Jahren klärt jetzt eine Informationstafel am Friedensplatz in Bonlanden über den Namen dieses Orts und dessen Geschichte auf.
„Frieden ist keine Selbstverständlichkeit. Man muss sich immer wieder aufs Neue dafür einsetzen“ – das ist eines der geflügelten Worte in der internationalen Krisenpolitik. Das gilt aber auch für den privaten wie für den lokalen Rahmen.
Etwa für Bonlanden. Dort gibt es einen Friedensplatz. Die Frage, warum es den gibt, wird vermutlich kaum jemand stellen. Seit wann es ihn gibt, wie er davor geheißen hat, wird schon eher mal jemand interessieren. Damit diese Fragen öffentlich beantwortet werden, sind nun 80 Jahre ins Land gegangen. Aber jetzt gibt es sie: Die Informationstafel zum Friedensplatz von Bonlanden am Friedensplatz von Bonlanden. Und da steht jetzt: Den Friedensplatz in Bonlanden gibt es unter diesem Namen seit 1946.
Eine nachvollziehbare Entscheidung, wenn man noch hinzufügt, dass dieser Platz zuvor von 1933 an Horst-Wessel-Platz hieß. Und eine weitsichtige Entscheidung des damaligen Bonlandener Gemeinderats, der eben kurz nach dem Ende der Nazi-Schreckensherrschaft eben nicht auf Namen vor dieser Zeit zurückgegriffen hat, die eher folkloristischer Natur waren. Der Platz selbst ist anfang der 1920er Jahre durch den Abbruch mehrere alter Häuser entstanden. Seit 1953 hat dort ein Vieh- und Schweinemarkt stattgefunden, daran erinnert heute vor Ort eine von Waldemar Beck geschaffene Skulptur. Für die Örtlichkeit selbst hat sich sehr lange der Name „Tierwasen“ eingebürgert, erstmals erwähnt 1524 und zumindest bis 1913 geläufig. Damit war wohl vor allem die Straße gemeint, die zum Ortsrand führte an die Stelle, an der tote Tiere vergraben wurden.