OPCW-Generalsekretär Ahmet Uzumcu (Mitte) mit dem Mitglied des norwegischen Nobel-Kommittees, Thorbjorn Jagland (links) und Geir Lundestad, dem Vorsitzenden des norwegischen Nobel-Instituts. Foto: dpa

Die Giftgas-Zerstörer der OPCW setzen ihr Leben ein, um die Welt von Chemiewaffen zu befreien. Dafür bekommt die Organisation am Dienstag den Friedensnobelpreis.

Die Giftgas-Zerstörer der OPCW setzen ihr Leben ein, um die Welt von Chemiewaffen zu befreien. Dafür bekommt die Organisation am Dienstag den Friedensnobelpreis.

Oslo - Kurz vor der Verleihung des Friedensnobelpreises an die Organisation zur Vernichtung von Chemiewaffen (OPCW) am Dienstag sind die Giftgasvernichter ihrem Ziel ein Stück näher gekommen: Nach zähem Ringen erklärten sich die USA bereit, die giftigsten Kampfstoffe aus dem syrischen Waffenarsenal auf See zu zerstören. Für die OPCW ist dies ein weiterer Schritt hin zu einer chemiewaffenfreien Welt - eine schwierige und langwierige Mission, die das norwegische Nobelkomitee in diesem Jahr würdigt.

Mit dem Beitritt Syriens im Oktober sind 190 Staaten Mitglieder der Chemiewaffenkonvention, für deren Umsetzung die OPCW kämpft. Bis Mitte 2014 sollen alle Giftgasvorräte aus dem Bürgerkriegsland vernichtet sein. „Wir haben einen sehr anspruchsvollen Zeitplan zu erfüllen“, sagte der OPCW-Generaldirektor Ahmet Üzümcü am Montag bei einer Pressekonferenz in Oslo. Noch sei nicht klar, ob alle Fristen auf den Punkt eingehalten werden könnten. Und auch wenn Syriens Giftgaslager leer sind, ist die Arbeit der Chemiewaffenkontrolleure längst nicht getan: Sechs Staaten fehlen noch.

Der Friedensnobelpreis ist deshalb nicht nur Anerkennung für den hochbrisanten Einsatz der OPCW in Syrien, sondern auch Ansporn für ihre zukünftigen Aufgaben. „Mit diesem Preis an die OPCW will das Komitee zur Zerstörung von Chemiewaffen beitragen“, hatte der Nobelkomitee-Vorsitzende Thorbjörn Jagland die diesjährige Entscheidung bei der Bekanntgabe in Oslo begründet.

Der Preis ist mit knapp 900.000 Euro dotiert

Der Preis, den 2012 mit der Europäischen Union ebenfalls eine Organisation bekommen hatte, ist mit 8 Millionen Kronen dotiert - derzeit umgerechnet knapp 900.000 Euro. Anders als die übrigen Nobelpreise wird er am 10. Dezember - Alfred Nobels Todestag - nicht in Stockholm, sondern in der norwegischen Hauptstadt Oslo verliehen.

OPCW-Generaldirektor Üzümcü nimmt den Preis dort in einer feierlichen Zeremonie im Rathaus entgegen. Mit ihm ist eine ganze Delegation aus Mitarbeitern und auch Inspekteuren angereist. „Wir sind überwältigt und demütig, den Preis entgegennehmen zu dürfen“, sagte Üzümcü in Oslo. Mit dem Preisgeld wolle die Organisation eine neue Auszeichnung stiften - für diejenigen, die herausragende Beiträge zur Mission der OPCW leisten.

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