Friedemann Vogel ist Kammertänzer der Stuttgarter Staatstheater – und 2021 auch internationaler Tanzbotschafter. Foto: Roman Novitzky/SB

Am 29. April ist Tag des Tanzes. Nun hat das ausrichtende internationale Theaterinstitut den Stuttgarter Solisten Friedemann Vogel dazu auserkoren, dem Tag eine Botschaft und ein Gesicht zu geben.

Stuttgart - Am 29. April ist der Geburtstag von Jean Georges Noverre; und just an diesem Tag wird auch der internationale Tag des Tanzes gefeiert. 2021 verbindet Stuttgart mehr als das Wirken des Balletterneuerers Noverre am Württembergischen Hof mit dem Welttanztag. Das 1948 von der Unesco gegründete internationale Theater-Institut (ITI) hat als ausrichtende Einrichtung für den diesjährigen Tanztag den Stuttgarter Starsolisten und Kammertänzer Friedemann Vogel als Botschafter auserkoren.

Der internationale Tag würdigt die universelle Sprache des Tanzes, die Grenzen und Kulturen überwindet. 1982 ins Leben gerufen, begleitet ihn in jedem Jahr eine bedeutende Persönlichkeit aus der Tanzwelt mit einer Botschaft. Friedemann Vogel freut sich, diese besondere Aufgabe in diesem Jahr übernehmen zu dürfen und sagt: „Es ist mir eine große Ehre und ich danke dem Internationalen Theater-Institut für diese Gelegenheit mich mit der Botschaft für unsere kraftvolle und poetische Kunstform einzusetzen. Insbesondere gerade in dieser für die Tanzwelt außergewöhnlich herausfordernden Zeit. Kunst ist ein Symbol der Freiheit und ich glaube, dass Künstler aller Tanzformen meine inbrünstige Hoffnung teilen, den Tanz sehr bald wieder ohne Einschränkungen feiern zu können.“

Aufmerksamkeit für die Mitmenschen

ITI-Direktor Tobias Biancone sagt über die neue Stimme des Tanzes, die ihre Botschaft am 10. April überbringen wird: „Friedemann Vogel ist ein herausragender und begnadeter Tänzer und zurecht auf der ganzen Welt beliebt und gefragt. Was mir zudem an ihm gefällt, ist wie aufmerksam er sich gegenüber anderen Tänzerinnen und Tänzern verhält, voller Respekt und Affinität. Diese Aufmerksamkeit zeigt er auch seinen Mitmenschen. Er besitzt eine Gabe, welche die Menschen heute mehr denn je schätzen und brauchen. Mit diesen Eigenschaften ist er für mich eine einzigartige Erscheinung, ein formidabler Botschafter für das Ballett und jegliche Form des Tanzes.“

Mehr Information über das ITI und den internationalen Tanztag (in Englisch oder Französisch) finden Sie hier.

60 Jahre Stuttgarter Ballettwunder

In einem besonderen Angebot für unsere Digital-Plus-Abonnenten machen wir die spannende Geschichte des Stuttgarter Balletts lebendig. Im Dialog mit Zeitzeugen und einer jungen Generation wird anschaulich, wie sich die Kompanie an die Weltspitze tanzte und dort hält. Mit diesen Artikelserien feiern wir das Jubiläum des Stuttgarter Balletts:

Als das Wunder wahr wurde Wir haben im Archiv nach Erinnerungen an seinen Erfinder John Cranko gesucht und eine 2007 veröffentlichte Interview-Serie mit Weggefährten des Choreografen entdeckt.

► John Neumeier Bereit für Rebellion und Experimente: Lesen Sie hier John Neumeiers Erinnerungen

► Gundel Kilian Wer einfach drauflos knipste, flog raus: Gundel Kilian erinnert sich

► Richard Cragun Lesen Sie hier, was der 2012 verstorbene Tänzer Richard Cragun über Crankos britischen Geschmack sagte.

► Birgit Keil Lesen Sie hier, wie Birgit Keil zu Crankos „Baby-Ballerina“ wurde.

► Friedrich Lehn Wie Cranko Stau zu Tanz machte: Friedrich Lehn erinnert sich

► Marcia Haydée Lesen Sie hier Marcia Haydées Bericht von ihren ersten Auftritten in Stuttgart.

► Egon Madsen Lesen Sie hier Egon Madsens Erinnerungen an eine besondere Party in New York.

► Georgette Tsingurides Lesen Sie hier Georgette Tsingurides’ Erinnerungen an Zigaretten, Hunde und kleine Feuer im Ballettsaal.

► Fritz Höver Lesen Sie hier, was der 2015 verstorbene Gründer der Noverre-Gesellschaft mit Cranko auf Reisen erlebte.

► Jürgen Rose Lesen Sie hier, wie John Cranko Zeichnungen des Bühnenbildners zerriss.

Forsythe, Kylián und Co Das Stuttgarter Ballett war schon immer eine Kompanie, die Tänzer stark gemacht hat. So stark, dass sie weltweit als Direktoren begehrt sind. Wir haben sie nach ihren Stuttgarter Wurzeln gefragt.

► Ivan Cavallari Sechs Fragen an den Direktor der Grands Ballets Canadiens in Montreal

► Sue Jing Kang Sechs Fragen an die Direktorin des koreanischen Staatsballetts

► Filip Barankiewicz Sechs Fragen an den Direktor des tschechischen Staatsballetts

► Marco Goecke Sechs Fragen an den Ballettdirektor am Staatstheater Hannover

Weitere Beiträge sind in Vorbereitung.