Bei lauen Sommertemperaturen feiern zahlreiche Besucherinnen und Besucher den Fassanstich und Auftakt des Böblinger Stadtfests am Freitagabend. Fotos: Stefanie Schlecht Foto:  

Das 42. Stadtfest lockt mehr als doppelt so viele Besucher wie im Vorjahr an. Ob powervoller Hip-Hop oder Überraschungspakete: Beim Programm ist für jeden etwas dabei.

Tanz, Musik und gute Laune füllen am Wochenende die Straßen Böblingens beim 42. Stadtfest. Menschen flanieren zwischen Verkaufsständen, bleiben vor den Schaubühnen stehen und lassen sich Würstchen, Bier und Eis schmecken.

 

Das Lakeside Open Air am Elbenplatz lockt mit rockigen und groovigen Bands. Und wer auf Floh- und Krämermarkt noch nicht fündig geworden ist, kann beim verkaufsoffenen Sonntag in den Läden weiter stöbern. Freitagabend mit traditionellem Faßanstich eröffnet, läuft das Stadtfest noch bis Sonntagabend. 

Grenzenlose Freundschaft

Mitten auf dem Böblinger Stadtfest wird deutlich, was Europa bedeuten kann: Völkerverständigung und Austausch über Grenzen hinweg. Mit einer Zeremonie, die von gegenseitigem Respekt und Freundschaft geprägt ist, feiern Böblingen und Alba am Samstag zwischen Elbenplatz und Albabrücke ihre 40-jährige Partnerschaft.

Zum Auftakt spielt das Soul- und Pop-Ensemble der Musikschule Krems, Böblingens österreichischer Partnerstadt. Danach zeigt die Gruppe Open aus Alba mittelalterliche Tänze. Als Beteiligte der ersten Stunden sind Albas Altbürgermeister Tomaso Zanoletti und Böblingens Altstadtrat Horst Wiedenhorn anwesend. Zanoletti und der damalige Böblinger Oberbürgermeister Wolfgang Brumme besiegelten 1985 die Partnerschaft der beiden Städte.

Die Tanzgruppe Open aus Alba hat mittelalterliche Tänze mitgebracht. Foto: Eibner-Pressefoto/Max Vogel

„Ich denke mit viel Gefühl an die Monate zurück, bevor wir die Partnerschaft unterschrieben haben“, sagt Zanoletti. Brumme und ihm sei es darum gegangen, Europa an der Basis zu stärken. Beide Städte haben diesen Gedanken in den vergangenen vier Jahrzehnten mit Leben gefüllt und wollen das weiterhin tun. „Solche Städtepartnerschaften sind heute wichtiger denn je“, sind sich Böblingens Oberbürgermeister Stefan Belz (Grüne) und Albas Bürgermeister Alberto Gatto einig. Zum Abschluss des Festakts gibt es einen Eintrag ins Goldene Buch der Stadt.

Tanz unter Jubelrufen

Auf dem Weg zum Pestalozzihof sind schon von weitem Jubelrufe zu hören. Auf der Bühne zeigen verschiedene Tanzgruppen ihr Können. Leana Bippus und Olivia Grabowski von der Hip-Hop-Gruppe Sweet but Psycho der Tanzschule Schad warten auf ihren Auftritt. „Es ist sehr cool, wie jedes Jahr“, sagen sie über das Stadtfest. Ihnen gefalle die Stimmung, die Bands am Abend – und das Essen. Als sie an der Reihe sind, bringen sie mit ihrer Tanzgruppe die Bühne zum Beben. „Mega!“, sagt ein Besucher beeindruckt, „da war richtig Power drin.“

Überraschungspaket in der Straße

In Poststraße und Marktgasse reihen sich die Stände des Krämermarkts auf. Einer weckt besonders die Neugierde der Besucher. Raphael Schön aus Überlingen bietet Überraschungspakete an – Ebay-Retouren, bei denen weder Schön noch die Kunden wissen, was drin ist. Alle Pakete kosten gleich viel, egal ob groß oder klein.

Zwei 13 Jahre alte Jungs schütteln verschiedene Päckchen, bevor sie ihre Wahl treffen. Noch vor Ort öffnen sie das Paket und – es ist kein teures Smartphone, sondern ein Zahlenschloss. „Na ja, das kann man immer gebrauchen“, meinen sie und widerstehen dem Drang, ihr Glück noch mal zu probieren.

Helfer im Einsatz

Zahlreiche helfende Hände tragen zum Erfolg des Fests bei. So wie der Verein Grün-Weiss Böblingen auf dem Elbenplatz und die Stadtkapelle auf dem Pestalozzihof, übernimmt der TSV Dagersheim auf dem Marktplatz die Koordination. Rund 80 Freiwillige seien das Wochenende über eingespannt, sagt Gesualdo Russo, Sportlicher Leiter beim TSV Dagersheim.

Der Verein hat den Aufbau der Biertischgarnitur gestemmt, den Moderator organisiert und schenkt Bier und weitere Getränke aus. „Wir könnten jetzt auch im Freibad liegen“, gibt Russo am Samstag bei bestem Badewetter zu bedenken. „Aber wir lieben es, auf dem Stadtfest zu arbeiten.“

Doppelt so viele Besucher wie 2024

Die Veranstalter ziehen am Sonntag ein erstes Fazit und zeigen sich sehr zufrieden. „Bei rund 55 000 Besuchern verlief das Fest sehr, sehr friedlich“, sagt Thomas Fenzl, Geschäftsführer der Congress Center Böblingen Sindelfingen GmbH (CCBS), die das Stadtfest organisiert. Die Besucherzahlen sind – bei besserem Wetter als 2024 – mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr.

„Auf dem Pestalozzihof war es richtig schön voll“, sagt Björn Damson von der Böblinger Stadtkapelle und schwärmt: „Es war das beste Stadtfest seit Corona. So dürfte es immer sein.“ Positive Worte auch von Böblingens Stadtsprecher Fabian Strauch, der das gute Zusammenspiel aller Beteiligten hervorhebt. So zufrieden wie die Veranstalter wirken auch die Besucherinnen und Besucher. Viele Worte des Lobes fallen – nur etwas mehr Schatten würde sich eine Besucherin wünschen, als am Samstag die Sonne vom Himmel strahlt.