Zu weit ab vom Schuss? Hinter der Böblinger Kletterhalle wäre Patz für ein neues Skaterareal. Foto: Stefanie Schlecht

Die Anlage im Böblinger Baumoval muss ersetzt werden. Einen neuen Standort zu finden, ist nicht ganz so einfach. Aber es gibt mehrere Möglichkeiten.

Die Fassade am Skaterparadies bröckelt. Schon seit einigen Jahren sind die Hindernisse der Anlage am Baumoval nicht mehr im besten Zustand und entsprechen auch nicht mehr unbedingt dem, was in der Szene so angesagt ist. Fest steht: Es herrscht Handlungsbedarf. Die Stadtverwaltung hat nun im Technischen Ausschuss Ideen geliefert, wie sie den Jugendlichen für ihre Bretter und Roller auch weiterhin einen passenden Raum bieten kann.

 

Hohe Schallschutzwände drohen

Schnell wurde deutlich, dass die Sache kompliziert ist. Denn marode Teile raus, neue Teile rein, geht nicht so einfach, wie der Bauamtsleiter Frank Bader erklärte. Wer saniert, muss auch die mittlerweile geltenden Lärmschutzbedingungen erfüllen. Bedeutet: Eine Modernisierung funktioniert nur, wenn Lärmschutzwände errichtet werden – je anspruchsvoller die Anlage, desto höher die Wände. Mindestens 2,50 Meter hoch müssten diese bei einer reduzierten nur noch für Anfänger attraktiven Anlage sein. Bei einem Angebot für Cracks, wären es schon bis zu vier Metern auf zwei Ebenen.

Da letztere Variante kaum vorstellbar ist, hat sich die Verwaltung auf die Suche nach Standorten in der Stadt begeben, die ein Skater-Areal für Fortgeschrittene eher möglich machen würden. Fündig geworden ist sie beim Jugendhaus Casa Nostra in der Calwer Straße, wo jedoch nur wenig Platz besteht, und ganz im Nordosten der Stadt, bei der Kletterhalle Roccadion zwischen Mineraltherme und S-Bahn. Vorstellen könnte man sich in der Verwaltung, dass es in Zukunft somit zwei Anlagen gibt: Eine kleinere beim Baumoval und eine große für erfahrene Skater beim Roccadion.

Die Jugend gehört ins Zentrum der Stadt

Eine Sache, mit der sich auch der Jugendgemeinderat anfreunden könnte. Der war mit im Boot, als es um die Neukonzeption ging. Sprecher Louis Hartenstein lobte vor allem die gute Anbindung des neu geplanten Standortes in S-Bahn-Nähe, und dass weitere Freizeiteinrichtungen wie das Freibad, das Stadion und Rasenplätze gleich um die Ecke sind. Wichtig war dem Vertreter der Jugend aber auch, dass es keine Zeit ohne Skaterpark geben sollte. „Die neue Anlage sollte gebaut werden, bevor die alte saniert wird.“

Freie-Wähler-Rat Ralf Sklarski war von den präsentierten Alternativen nicht wirklich begeistert. „Die Jugend gehört ins Zentrum der Stadt“, forderte er und wartete mit einem weiteren Vorschlag auf: Der beste Ort ist für ihn direkt neben der Wandelhalle in unmittelbarer Nähe zum Bootshaus und dem Oberen See. Dort könnten die Jugendlichen ihr Können zeigen, das Areal sei gut zu erreichen und in der Nachbarschaft gebe es mehrere andere Freizeitbereiche. Auch für Leute im fortgeschrittenen Alter sah Sklarski Vorteile, wenn die Skater am Start sind: „Ich würde da gerne zuschauen“, erklärte er.

So eindeutig waren die Positionen der übrigen Stadträte nicht. Manche bevorzugten den Standort Baumoval in der Nähe der Wohnbebauung, manche sahen das optimale Revier draußen am Ende der Stadt und manche fragten sich, ob diese Freizeitbeschäftigung überhaupt noch angesagt ist und man nicht einem Trend nachhänge, den es überhaupt nicht mehr gibt.

Zahlen gibt es nach den Ferien

Mit einer Entscheidung können sich die Stadträtinnen noch eine Weile Zeit lassen. Erst wenn nach den Sommerferien die Lärmgutachten für eine eventuelle Sanierung der Anlage im Baumoval vorliegen, ist die Grundlage für eine Kostenschätzung und das weitere Vorgehen vorhanden. Dass dabei auch der neue Standortvorschlag an der Wandelhalle eine Rolle spielen wird, sicherte Oberbürgermeister Stefan Belz zu.