In Marbach am Neckar kann man auf den Spuren des Dichters Friedrich Schiller wandeln. Aber auch sonst gibt es in der Region Stuttgart viele historische Sehenswürdigkeiten. Klicken Sie durch unsere Bildergalerie. Foto: dpa

In unserem Freizeitatlas geben wir Anregungen für Kurztrips in Stuttgart und der Region. Dieses Mal: Wandeln auf den Pfaden der Geschichte. In unserer Bildergalerie finden Sie weitere Tipps.

Marbach am Neckar - Hier werden Leseratten glücklich: Marbach am Neckar, Geburtsort des Dichters Friedrich Schiller, bietet viele Möglichkeiten, durch Schillers Leben und Werk zu wandeln – von seinem Geburtshaus bis zu einer beeindruckenden Sammlung von Manuskripten des „Dichters der Nation“. Zwar verbrachte der Schriftsteller lediglich die erste vier Jahre seines Lebens in Marbach, aber die malerische Kleinstadt hält das Andenken hoch.

Das Haus, in dem der Autor 1759 geboren wurde, ist die erste Station auf Schillers Spuren. Der 1835 gegründete Schillerverein hat sich die Mühe gemacht, die kleinen Räume des Fachwerkgebäudes mit Schiller Reliquien zu füllen. Schillers Kinderanzug und Taufhäubchen, ein Bettdeckenbezug aus dem Erbe seiner Mutter, eine Nachbildung des Weimarer Denkmals von Goethe und Schiller – alle haben ihren Weg in die Vitrinen gefunden. Wer sich ein Bild der Familie Schiller machen will, ist hier am richtigen Ort.

Briefe bieten Einblick in Schillers Seelenleben

Wer allerdings die Werke des Dichters sucht, muss erst einmal durch die prächtige Altstadt spazieren. An der Schillerhöhe, direkt vor dem großen Schillerdenkmal, befinden sich die Marbacher Literaturmuseen. Mit einem Ticket erhält man Zugang zu beiden. Im Schiller Nationalmuseum zeigen Bücher aus der Privatbibliothek des Dichters. Hier stehen unter anderem Bände von Friedrich Alexander von Humboldt, William Shakespeare und Immanuel Kant.

Eine Briefsammlung von Schillers frühen Jahren bis zu seinem Todestag am 9. Mai 1805 lässt die Veränderungen im Leben des Autors auch anhand seiner Handschrift verfolgen und erlaubt einen Blick in sein Berufs- und Privatleben. So findet man dort zum Beispiel Schillers Briefwechsel mit seinem Verleger Johann Friedrich Cotta, sowie den Eintrag des 18-jährigen Schillers ins Stammbuch eines Schulfreundes: „Auf ewig bleibt mit dir vereint / Der Arzt, der Dichter und dein Freund“. Für Leseratten besonders spannend: die Sammlung von originalen Manuskripten seiner Werke. Wallenstein, Die Räuber, Wilhelm Tell, Kabale und Liebe und viele mehr kann man in der Handschrift des Autors bestaunen.

Im Literaturmuseum der Moderne, das mit dem Nationalmuseum direkt verbunden ist, gibt es noch weitere Briefe und Manuskripte von Schiller zu sehen. Die Dauerausstellung „Die Seele“ zeigt Schätze des Deutschen Literaturarchivs von 1750 bis in die Gegenwart. Bei 280 Exponaten von Autoren wie Franz Kafka, Walter Benjamin und Hertha Müller vergisst man schnell die Zeit. Deshalb sollte man am besten gleich einen ganzen Tag einplanen.

Service: Schillers Geburtshaus, Niklastorstraße 31, Marbach am Neckar. Täglich geöffnet. April bis Oktober von 9 bis 17 Uhr, November bis März von 10 bis 16 Uhr. Am 24. bis 26. und 31. Dezember geschlossen. Eintritt 3 Euro, ermäßigt 1,50. Gruppen ab 10 Personen 1,50 Euro pro Person. Telefon 0 71 44 / 1 75 67.

Literaturmuseen Marbach, Schillerhöhe 8, Marbach am Neckar. Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr. Montags geschlossen, außer an Feiertagen. Eintritt 9 Euro, ermäßigt 7 Euro. Öffentliche Führungen jeden Sonntag von 14 bis 15.30 Uhr, Eintritt zuzüglich 3 Euro Führungsgebühr. Weitere Führungen können nach Wunsch gebucht werden. Telefon 0 71 44 / 84 86 16.

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