Auf dem Marktplatz von Schwäbisch Hall finden sich Gebäude mit Baustilen aus unterschiedlichen Epochen – in der Mitte steht die Kirche St. Michael. Foto: dpa

In unserem Freizeitatlas geben wir Anregungen für Kurztrips in Stuttgart und der Region. Dieses Mal: Altstädte zum Schlendern, Staunen und Verweilen.

Stuttgart - Wer bei Schwäbisch Hall bisher nur ans Bausparen gedacht hat, der hat definitiv etwas verpasst. Denn die alte Salzsiederstadt im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs ist mit ihren Fachwerkhäusern, steilen Stäffele, engen Gässchen und überdachten Holzbrücken allemal einen Ausflug wert. Mit einem Audioguide bewaffnet, den Besucher bei der Touristeninformation ausleihen können, lässt sich die mittelalterliche Stadt auch auf eigene Faust erkunden.

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Einen guten Überblick verschafft man sich an dem mächtigen Bau an der höchsten Stelle der Stadt, der auch fast 500 Jahre nach seiner Entstehung noch immer den Namen „Neubau“ trägt. Früher diente er als Getreidespeicher und als Ruhmeshalle – heute finden dort Theateraufführungen und Konzerte statt.

Historische Gebäude am Marktplatz

Weiter geht es zum Marktplatz, auf dem sich Gebäude mit Baustilen aus unterschiedlichen Epochen bewundern lassen. Dominiert wird der Platz von der romanisch-gotischen Kirche St. Michael, die man über eine ausladende Freitreppe erreichen kann. Auf dieser Treppe finden im Sommer auch die Freilichtspiele statt. Gegenüber der Kirche erblickt man das im Barockstil erbaute Rathaus. Auch die anderen Häuser, die sich rund um den Marktplatz reihen, haben eine Geschichte und kommen aus unterschiedlichen Epochen, beispielsweise das Haus neben dem Rathaus, das früher eine Bürgertrinkstube war, oder die Löwenapotheke, in der sich noch originale Apothekeneinrichtungen von der Barockzeit über das 19. Jahrhundert bis zur Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg finden. Im Café am Markt, gleich neben der Touristeninformation, lohnt sich der Besuch nicht nur wegen der barocken Architektur, sondern auch wegen der handgemachten Pralinen und Torten.

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Grund für die unterschiedlichen Baustile der Gebäude war ein großes Feuer, das die Stadt im Jahr 1728 heimsuchte und einen Großteil der Altstadt vernichtete. Daraufhin wurden die zerstörten Gebäude im damals modernen Barockstil wiederaufgebaut.

Geschichte der Salzsiederstadt

Mehr über die Geschichte der Stadt erfahren Interessierte auch bei einem kostenlosen Besuch im Hällisch-Fränkischen Museum, das im mittelalterlichen Stadtkern von Hall liegt. Dort wird auch die Gründung der Stadt durch die Salzsieder erzählt. Zwar sind die Zeiten der Saline in Hall längst vergangen, doch im Solebad können Besucher immer noch die gesundheitsfördernde Wirkung der Salzgrotten genießen.

Der Stadtrundgang führt weiter durch enge Gässchen, über steile Stäffele und vorbei an vielen Sehenswürdigkeiten, auf die die Stadt auch mit Erklärungstafeln aufmerksam macht. Dabei können Besucher auch Kuriositäten entdecken, wie beispielsweise auf der Henkersbrücke, die in ihrem Henkershäuschen einen sprechenden Automaten des Künstlers Bernhard Deutsch beherbergt. Für einen Euro erzählen die Puppen in dem Automaten beispielsweise in breitestem Schwäbisch die Geschichte des Haller Gespenstes.

Service: Informationen und Audioguides bekommen Besucher in der Tourist Information, Am Markt 9 in Schwäbisch Hall. Mehr Infos unter www.schwaebischhall.de .

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