„art geschützt“ sind die Gartenzwerge der Korber Künstlerin Petra Kuch. Foto: Gottfried Stoppel

Die Skulpturenausstellung „Köpfe am Korber Kopf“ hat zehn neue Exponate. Die Künstler haben höchst unterschiedliche Ideen eingebracht.

Korb - Das Thema Kopf ist für viele Künstler offenkundig eine stahlharte Angelegenheit. Der Bildhauer Martin Schöneich aus Vorderweidenthal in der Südwestpfalz, der auch die Skulptur „Gebrochener Ring“ für die Gedenkstätte der Opfer des Winnender Amoklaufs geschaffen hat, hat für die aktuelle Freiluftausstellung „Köpfe auf dem Korber Kopf“ eine zweiteilige Skulptur aus Corten­stahl kreiert. Auch Werner Bitzigeio verwendet Stahl: Er schichtete für seine Arbeit „Stille“ Betonstahlmatten so aufeinander, dass eine Kugel mit drei Metern Durchmesser entstand. Die Skulptur wurde in zwei Teilen angeliefert und in Korb vereint – am Stück wäre ein kostspieliger Sondertransport nötig gewesen. Guido Messer, der Kurator der Schau, die am Sonntag offiziell in ihre zwölfte Runde gegangen ist, hat zwei „Angesichter“ aus Stahlrohr und Draht erschaffen, ein weibliches und ein männliches. Rüdiger Seidts „Figuration“ ist eine weitere Cortenstahl-Arbeit, eine, die sich in einer eleganten Drehung in die Höhe schwingt. Philipp Morlocks Werk „Über das Verschwinden“ besteht aus einem Metallboot, auf dem ein Ein-Personen-Betonbunker steht.

Zweieinhalb Meter großer Doppelgott

Aus Sandstein sind hingegen die zwei übereinandergestapelten, zusammen zweieinhalb Meter hohen Köpfe, denen Jürgen Waxweiler den Titel „Großer Doppelgott“ gegeben hat. Die Korber Bildhauerin Petra Kuch setzt auf Keramik, ihre Gartenzwerge sind eingezäunt in einem Gabionenkorb – „art geschützt“.

Die Amateurarbeiten stammen in diesem Jahr von Achtklässlern der Salier-Gemeinschaftsschule Waiblingen, der Grundschule Weinstadt-Schnait und dem Atelier Resonanz-Raum der Rems-Murr-Kliniken. „Neben der Kapp“ heißt der Titel der Skulptur, die in jener Werkstatt entstanden ist, die Krebspatienten im Winnender Krankenhaus die Gelegenheit gibt, künstlerisch tätig zu sein. Die riesige Schildmütze aus Stahl und Stoff drückt ein Stück weit die Gefühle der Erschaffer aus.

Schüler machen „Nägel mit Köpfen“

Buchstäblich aufgegriffen haben das Thema der Ausstellung die Grundschüler in Schnait: Sie haben zahlreiche bunte Köpfe aus Keramik geformt und durch eine entsprechende Platzierung das Sprichwort „Nägel mit Köpfen machen“ umgesetzt. Die 20 Schüler des Profilfachs Bildende Kunst an der Salier-Gemeinschaftsschule in Waiblingen hingegen haben in ihrem „Gedankenmeer“ überwiegend das dargestellt, was in den Köpfen verborgen bleibt: Auf schlanken, blauen Stelen sind in unterschiedlichen Materialien unterschiedliche Motive zu sehen, vom Smiley mit Herzaugen über ein verschämt blickendes Gehirn bis zum schlichten Fußball.

Den Skulpturenweg erreicht man am besten vom Wanderparkplatz Hanweiler Sattel aus. Eine Wegbeschreibung findet man hier.