Die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA entzünden in Deutschland viel Kritik. Foto: dpa-Zentralbild

Auch die Gewerkschaften rufen ihre Mitglieder dazu auf, in Berlin gegen das Freihandelsabkommen zu demonstrieren. Dagegen regt sich Widerstand aus Wirtschaft und Politik

Berlin/Stuttgart - Wenige Tage vor der geplanten Anti-TTIP-Großdemonstration in Berlin übt der Maschinenbau-Verband heftige Kritik an den Gewerkschaften. VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann rügt mit scharfen Worten im Interview mit unserer Zeitung, dass die Gewerkschaften sich dem Anti-TTIP-Bündnis angeschlossen haben und der DGB zur Demonstration gegen das Freihandelsabkommen aufruft: „Ehrlich gesagt, verstehe ich die Gewerkschaften nicht, vor allem nicht die IG Metall.“ Keine andere Industrie, kein anderer Wirtschaftszweig hänge so sehr vom Freihandel ab wie die Metall- und Elektroindustrie. „Allein der Maschinenbau liefert 75 Prozent seiner Produktion ins Ausland.“

Zugang zum US-Markt sichert Jobs in Deutschland

Die IG Metall, so Brodtmann weiter, mache „gemeinsame Sache mit Globalisierungsgegnern, die erklärte Gegner des Freihandels sind.“ Der freie Zugang zum amerikanischen Markt sichere Zehntausende von industriellen Jobs in Deutschland. „Die IG Metall handelt gegen die Interessen ihrer eigenen Mitglieder.“

Auch der grüne Verbraucherminister Alexander Bonde macht sich stark für TTIP: „Ein klug verhandeltes und faires Freihandelsabkommen wäre gut für Baden-Württemberg.“ Im Gespräch mit unserer Zeitung wirbt er aber auch dafür, die Sorgen der Bürger ernst zu nehmen: „Auch die Wirtschaft ist jetzt gefordert sicherzustellen, dass mehr Freihandel nicht auf Kosten von Verbraucherinteressen und Umweltstandards erkauft wird.“ Ein Deal nach dem Motto „Verbesserungen im Export – und dafür Gentechnik auf dem Teller“ würde krachend scheitern. Während die grüne Bundespartei das Freihandelsabkommen einhellig ablehnt, sind die Grünen im Südwesten verhandlungsbereit.

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