Weltweit – wie hier in den USA – wird immer wieder gegen die Privatisierung von Wasservorkommen protestiert. Foto: AP

Aktivisten befürchten, dass durch das Freihandelsabkommen Jefta zwischen Japan und der EU Wasser zu einer Handelsware wird. Sie warnen davor und rufen zu Protesten auf.

Karlsruhe - Der Umweltbeirat der badischen evangelischen Landeskirche hat vor einer Privatisierung von Wasser gewarnt. Der Rohstoff Wasser müsse allen Menschen auf der Welt zur Verfügung stehen und dürfe „kein exklusives Handelsgut“ werden, heißt es in einer am Mittwoch in Karlsruhe veröffentlichten Pressemitteilung. Anlass ist die für Freitag (6. Juli) geplante Abstimmung der Europäischen Rates über das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Japan (JEFTA), das eine mögliche Wasserprivatisierung nicht ausschließt.

Deshalb ruft der Umweltbeirat dazu auf, sich an einer entsprechenden Unterschriftenaktion im Internet unter www.campact.de zu beteiligen. Der öffentliche Schutz und Erhalt der Wasservorkommen werde durch eine Privatisierung stark beeinträchtigt, sagte die Geschäftsführerin des Umweltbeirats, Uta Engelmann. Privatisierungen bedeuteten massive Verteuerungen, Umweltschäden und soziale Ungerechtigkeit.

Campact hat online einen Appell gestartet

Wenn Privatkonzerne die Wasserversorgung übernähmen, werde bezahlbares, qualitätsvolles Wasser für alle „ein rares Gut“, warnte auch der landeskirchliche Umweltbeauftragte André Witthöft- Mühlmann. Dies habe die Wasserprivatisierung in Berlin gezeigt, die eine Steigerung des Wasserpreises um mehr als 30 Prozent nach sich gezogen hatte.

Mehr als 530.000 Unterstützer haben sich unterdessen bisher online einem Appell der Bürgerbewegung Campact angeschlossen, in dem die Organisation vor einer privatisierten Trinkwasserversorgung warnt. Wenn der EU-Rat am Freitag einem Abkommen mit Japan zustimme, könne die europäische Wasserversorgung durch neoliberale Profitinteressen in Gefahr geraten, warnte Matthias Flieder von Campact in Verden bei Bremen: „Schlechtere Qualität, höhere Preise: Darüber klagen Menschen dort, wo die Wasserversorgung privatisiert wurde.“ Das Trinkwasser müsse in öffentlicher Hand bleiben.

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