Wilfried Alt Foto: Weiss

transit@stuttgart heißt ein neues freies Ensemble, bestehend aus Akteuren mit Migrationshintergrund. Gemeinsam wollen sie professionelles Theater machen. Zunächst mit „Ostwind“ von Emre Akal, inszeniert von Wilfried Alt im Fairkaufhaus in Stuttgart-Feuerbach.

Stuttgart - Herr Alt, Sie haben dort ja schon einiges inszeniert. Was setzen Sie hier fort?
Das Theaterkollektiv transit@stuttgart ist neu gegründet. Das Kernteam besteht aus dem türkischen Autor Emre Akal, der ungarischen Dramaturgin Boglarka Raiser und mir. Die zwei Schauspieler wurden extra für diese Produktion ausgewählt. Wir verstehen uns als transkulturelles Kollektiv, das sich um aktuelle Migrationsthemen kümmert, aber nicht aus der deutschen Mehrheitsperspektive, sondern hier sind Künstler mit Migrationshintergrund aktiv beteiligt. Das ist eine rein professionelle Produktion.
Und was machen Sie in „Ostwind“?
Wir haben etwa 20 Interviews mit Migranten hier in Stuttgart und Umgebung geführt, Akal hat die zu fünf Biografien verdichtet. Es sind Geschichten vom Rande der Gesellschaft. Da gibt es etwa eine bulgarische Romafrau, die als Prostituierte arbeitet, einen Straßenmusiker, eine Jurastudentin, die in der Altenbetreuung tätig ist, sowie eine Klofrau, die früher Krankenschwester war.
Und was wollen Sie damit ausdrücken?
Das sind nicht nur Verlierer, sondern Menschen, die sich selbstbewusst und beharrlich einen Platz hier in dieser Gesellschaft geschafft haben. Das ist nicht nur ein Betroffenheitsstück, das ist mit viel Lebensenergie und Humor verbunden.

Premiere an diesem Samstag um 20 Uhr. Weitere Aufführungen am 27. 4., 3. und 4. 5. Karten unter 01 77 / 51 04 69

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