Bleibt in Freiberg: Bürgermeister Dirk Schaible wird nicht Landrat – vorerst. Foto: privat

Der Freiberger Bürgermeister sieht trotz seiner Niederlage bei der Landratswahl in Konstanz keine Probleme für seine künftige Arbeit. Interessant dürfte nun werden, ob sich der 49-Jährige im Herbst als Nachfolger der Ludwigsburger Landrats Rainer Haas bewirbt.

Freiberg/Neckar - Nein, schlecht geschlafen hat Dirk Schaible nicht. Und auch der Morgen nach seiner Niederlage bei der Konstanzer Landratswahl am Montag war für den Freiberger Bürgermeister offenkundig ganz erträglich: Jedenfalls hätten seine Mitarbeiter im Rathaus ihn am Dienstag freundlich empfangen und durchaus ihre Freude darüber bekundet, dass sie so schnell keinen neuen Chef bekommen werden. „Sie erleben mich nicht niedergeschlagen“, sagt der 49-Jährige daher.

Vielleicht liegt das daran, dass die Abstimmung so knapp ausfiel: Mit nur fünf Stimmen Unterschied unterlag Schaible seinem Konkurrenten Zeno Danner, bisher Vizelandrat im Kreis Calw. Wobei fünf Stimmen Unterschied deutlicher klingen, als es tatsächlich war: Hätten sich nur zwei Kreisräte anders entschieden, wäre ein zweiter Wahlgang nötig geworden, da keiner der beiden Kandidaten die absolute Mehrheit bekommen hätte. Zudem enthielt sich einer der 68 Kreispolitiker.

„Die Frage nach Ludwigsburg hat sich bisher nicht gestellt“

Große Fehler jedenfalls sieht Schaible bei seiner Vorstellung am Bodensee nicht, im Gegenteil: „Ich kann mir nichts vorwerfen.“ Ein Indiz, dass er sich auch eine Kandidatur andernorts vorstellen könnte – schließlich wird im November auch in Ludwigsburg ein neuer Kreischef gesucht? Bisher habe er sich darüber keine Gedanken gemacht, sagt Schaible. Schließlich sei er bis zum Montagabend auf die Wahl in Konstanz fokussiert gewesen. „Diese Frage hat sich einfach nicht gestellt.“

So oder so will sich der Verwaltungswirt nun wieder auf seine Arbeit im Freiberger Rathaus konzentrieren. Dass seine Kandidatur in der Stadt nicht nur Begeisterung ausgelöst hat, weiß er: „Dass es nicht alle verstanden haben, ist klar“. Die Wahl in Konstanz sei aber eine „einmalige Chance in einer tollen Region“ gewesen.

Gemeinderat sieht kein beschädigtes Verhältnis

Anfang Januar, als der 49-Jährige seine Kandidatur öffentlich gemacht hatte, äußerte sich vor allem die SPD im Gemeinderat kritisch und mahnte an, dass man angesichts großer Projekte, wie dem 80 Millionen Euro teuren Neubau der Oscar-Paret-Schule, lieber Kontinuität im Rathaus sehen würde. Ähnlich sieht das der stellvertretende Fraktionschef Klaus Bakalorz auch heute noch: Das Arbeitsverhältnis werde zunächst schwieriger sein als früher. „Aber mit der Zeit legt sich das.“ Insgesamt bleibe von Schaibles Plan, die Stadt zu verlassen, aber ein „fader Geschmack“ zurück.

Willi Zimmer (CDU) und Ute Kienzle (Freie Wähler), die Vorsitzenden der größten Fraktionen im Freiberger Rat, sehen dagegen kein problematisches Verhältnis zum Rathauschef. „Wir werden genauso gut zusammenarbeiten wie vorher“, sagt Zimmer. Für Freiberg sei es sogar gut, dass Schaible im Amt bleibe. Sie habe trotz der Kandidatur nie den Eindruck gehabt, dass der Bürgermeister unbedingt aus der Stadt wegwolle, meint Kienzle – schließlich sei er als Kandidat angefragt worden und habe nicht aktiv nach einem neuen Job gesucht.

Unabhängig davon, ob Schaible im Herbst sich erneut als Landrat bewirbt: Ins Ludwigsburger Kreishaus will er auf jeden Fall einziehen. Der Parteilose tritt Ende Mai erneut auf der Liste der Freien Wähler bei der Kreistagswahl an.

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