Freiberg wirbt um Kevin de Bruyne. Foto: dpa

Die Stadt steht kurz davor, den Zuschlag als Trainingscamp der Belgier für die EM zu bekommen und bekommt Unterstützung vom SGV Freiberg.

Für Dieter Gerstung, den Sportdirektor des SGV Freiberg, hätte es durchaus seinen Reiz, wenn sich die Spieler des Regionalligisten im Sommer beim Training etwas von Stars wie Dodi Lukébakio, Kevin de Bruyne oder Romelu Lukaku abschauen würden. Zu dieser Konstellation könnte es in diesem Juni durchaus kommen, falls die Stadt Freiberg vom Belgischen Fußballverband die Zusage bekommt, dass die Roten Teufel während der Fußball-Europameisterschaft am Wasengelände trainieren würden.

 

Die Mannschaft des SGV wäre ab dem 15. Juni nämlich ebenfalls schon wieder in der Saisonvorbereitung. „Aber wahrscheinlich würden sich die Belgier abschirmen und unsere Spieler gar nicht zu Gesicht bekommen“, sagt Gerstung.

Noch ist aber offen, ob die Einschätzung des Sportdirektors überhaupt eintreffen wird, denn der Verband hat sich immer noch nicht erklärt, wo er sein Trainingscamp für die Europameisterschaft aufschlagen wird. „Es ist noch nichts unterschrieben. Wir werden die Entscheidung demnächst bekannt geben“, sagt Marie Verbek, die Pressesprecherin der Royal Belgian Football Association. Auch Freibergs Bürgermeister Dirk Schaible hält sich noch bedeckt. „Das läuft alles konstruktiv, aber braucht eben Zeit“, sagt Schaible. Man müsse sehen, ob man die Bedarfe der Belgier umsetzen kann und ob man ein Ersatzgelände für die Vereine, Breitensportler und auch Sportabiturienten während der EM in Deutschland findet.

Von neuem Rasenplatz würde auch der SGV Freiberg profitieren

Die Stadt Freiberg ist noch nicht lange im Rennen um die Gunst der Belgier. Eigentlich war vorgesehen, dass die im Hotel Monrepos logierenden Gäste auf dem neu angepflanzten Rasenplatz am Bissinger Bruchwald trainieren und die Räume des FSV 08 Bietigheim-Bissingen nutzen. Doch nach erneuter Prüfung fiel den Verantwortlichen auf, dass auf dem Weg zum Übungsplatz 13 Ampeln zu bewältigen sind und ein zweiter Rasenplatz fehlt, den Freiberg zu bieten hätte.

Vor drei Wochen sei die Stadt Freiberg deshalb an den SGV herangetreten. „Wir wären dazu bereit, auch wenn wir in unserem Trainingsbetrieb Einschränkungen hätten, weil das schon eine tolle Sache wäre“, sagt Gerstung. Falls die Stadt den Zuschlag erhält, würde bereits am 10. April damit begonnen werden, den zweiten Rasenplatz neben dem Stadion neu anzulegen. Davon würde der SGV nach der EM auch noch profitieren. „Wir müssten während der laufenden Saison improvisieren, aber da finden wir eine Lösung“, sagt Dieter Gerstung.