Im Jubel vereint waren die Freiberger Spieler nach dem späten Ausgleich durch Yannick Osee. Foto: Baumann

Nach einer starken zweiten Hälfte holt sich der Regionalligist SGV Freiberg nach einem Rückstand noch ein 2:2 Remis gegen Kickers Offenbach.

Trainer entwickeln oft früh in einer Partie ein Gespür dafür, in welche Richtung ein Spiel am Ende laufen kann. Und so hatte Offenbachs Trainer Christian Neidhart in der Regionalliga-Begegnung zwischen dem SGV Freiberg und den Kickers schon nach 30 Minuten trotz der 2:0-Führung seines Ensembles durch die Treffer von Dominik Wanner (14. ) und Keanu Staude (21.) schon so ein Gefühl, dass es dennoch nichts werden wird mit dem Dreier am Wasen. Immer wieder brüllte er sein Team von der Seitenlinie an und war überhaupt nicht zufrieden mit dem Auftritt seiner Spieler.

 

Letztlich lag der Fußball-Lehrer richtig mit seiner Einschätzung, denn in der zweiten Hälfte drehten die Freiberger die Partie. Auch schon vor kurz der Pause hatte die Mannschaft von Trainer Roland Seitz durch Joel Gerezgiher die Chance zum Anschlusstreffer. „Ich musste meine Mannschaft in der Pause nicht wachrütteln, denn wir haben immer an uns geglaubt“, sagte Seitz.

Wille und Einsatz bis in die Nachspielzeit hinein

Diesen Glauben beflügelt hat in der 69. Minute dann der eingewechselte Filimon Gerezgiher. Zunächst parierte Offenbachs Keeper Brinkies gegen Mike Feigenspan, gegen den Nachschuss von Gerezgiher war er dann aber machtlos. Freiberg erhöhte weiter den Druck, ohne sich klare Einschussmöglichkeiten zu erarbeiten. Und dann hatten die Freiberger auch Glück, dass Offenbachs Mesanovic in der 89. Minute knapp am Kasten vorbei zielte. Doch dann kam bei der Seitz-Truppe das in Spiel, was die Mannschaft in der bisherigen Saison auszeichnet und auch jeden Trainer erfreut: Sie hat Wille und Mentalität gezeigt bis in die Nachspielzeit hinein und sich dann auch mit dem Ausgleich belohnt: Kurz vor Abpfiff erlief Yannick Osee einen langen Ball von Ruben Reisig , ließ drei Gegenspieler hinter sich und traf tatsächlich noch zum 2:2. Auf der Bank der Freiberger gab es da kein Halten mehr und die Männer in den schwarzen Trikots verschmolzen zu einer Jubeltraube.

Lange Gesichter hingegen gab es bei den Offenbachern und dem mitgereisten Anhang, der den gesamten Gästeblock füllte. Coach Neidhard ging mit seinen Spielern dann auch hart ins Gericht. „Mit dieser Leistung haben wir eigentlich nix verdient gehabt. Es gab zwei gute Aktionen aber wir haben uns heute viel kaputt gemacht, von dem, was wir zuletzt aufgebaut hatten“, sagte Neidhard und spielte auf die drei Siege in Serie an, mit denen die Offenbacher angereist waren.

Vorsprung auf Offenbach bleibt bei fünf Punkten

Genau so erfolgreich war auch die Formation von Roland Seitz vor der Partie und deshalb sahen die 1020 Zuschauer eine sehr ansprechende Partie mit einem schönen Ende für den SGV Freiberg. Der Punkt war auch nicht in die Kategorie glücklich einzustufen, weil die Freiberger über die gesamte Partie mehr Spielanteile hatten. So bewertet auch Marco Kehl-Gomez das 2:2: „Unsere Fehler in der ersten Hälfe wurden hart bestraft, aber dann sind wir stark zurückgekommen“, sagt Kehl-Gomez, der sich wie Coach Seitz darüber freute, dass man als Tabellenvierter nach wie vor fünf Zähler Vorsprung auf die Offenbacher Kickers hat.

SGV Freiberg: Gelt - Gibs, Osee, Pisot, Stellwagen (72. Maroudis), - Reisig, Kehl-Gomez, Feigenspan 87. Latifovic) , J. Gerezgiher, Alberico (72. Weik) - Klostermann (F. Gerezgiher Tore: 0:1 Wanner (14.), 0:2 Staude (21.), 1:2 F. Gerezgiher (69.), 2:2 Osée (90.+4)