Noch sind die Becken im Bädle auf der Schlotwiese aufgrund des schlechten Wetters die meiste Zeit verwaist. Die Verantwortlichen im Bädle hoffen auf Sonnenschein. Foto: Torsten Ströbele

In zwei von vier Bädern im Stuttgarter Norden kann schon geschwommen werden. Das Bädle auf der Schlotwiese und das Bad des ASV Botnang haben geöffnet. Das Höhenfreibad Killesberg und das Bad des MTV Stuttgart werden folgen.

Stuttgarter Norden - Es ist Samstag, kurz vor 9 Uhr: In wenigen Minuten beginnt offiziell die Freibadsaison im Bädle des SSV Zuffenhausen. Doch von Badegästen ist weit und breit nichts zu sehen. Ein Blick auf die Temperaturanzeige verrät, warum. Maximal 17 Grad Celsius ist das Wasser an diesem Morgen warm, bei einer Außentemperatur um die elf Grad Celsius. Selbst die Mitglieder des SSV, die schon seit einer Woche ins kühle Nass springen dürfen, wagen sich an diesem Samstagmorgen nicht hinein. Jacke wird statt Badehose getragen.

„Leider haben wir die eierlegende Wollmilchsau noch nicht erfunden“, sagt Bädle-Abteilungsleiter Reinhold Krause. Man habe eine umweltschonende neue Wärmepumpe installieren lassen, mit der man sicherlich Geld sparen werde. „Aber sie zieht ihre Wärme eben aus der Umgebung. Und wenn es draußen nur acht oder neun Grad hat, wird es schwierig.“ Den Start der Badesaison aufgrund der schlechten Witterung zu verschieben, habe man sich überlegt, sagt Krause. „Wir könnten uns vorstellen, dass wir für die zahlenden Gäste noch eine weitere Woche später aufmachen. Somit hätte es noch mehr Vorteile, Mitglied bei uns zu werden.“ Aktuell bleibe aber erst einmal alles beim Alten. Bis zum 10. September wird das Bädle für Gäste seine Tore und Becken öffnen. Mitglieder können noch eine Woche länger baden.

Am Samstag, 6. Mai, geht es auch beim MTV los

Auch im Freibad des Athletik-Sport-Vereins (ASV) Botnang an der Furtwänglerstraße kann man schon schwimmen – seit Montag. Große Sanierungen standen in den vergangenen Monaten keine an. Freibadtechniker Hugo Burgemeister war eher mit der Anlage rund um das Becken beschäftigt: „Wie die Mäuse kommen sie durch die Zäune und trampeln sie dabei kaputt.“ Gemeint sind größere Gruppen Jugendlicher, die immer wieder in das abgesperrte Bad eingedrungen sind, um baden zu gehen. „Das ist nicht ungefährlich“, sagt Burgemeister. Zum einen sei dann schon Überwinterungsmittel im Wasser, damit sich die Algenproduktion in Schach halten lässt und zum anderen sei keine Aufsichtsperson vor Ort. Beispielsweise sei Ende September vergangenen Jahres das Wetter noch so gut gewesen, dass Burgemeister von Nachbarn über eine knapp 30 Mann große Gruppe Jugendlicher informiert worden sei, die den Sonntagmittag im geschlossenen Freibad verbrachte. Schnee von gestern, Burgemeister blickt nach vorn: Das Freibadteam hoffe nun auf besseres Wetter, um bis zum 10. September eine tolle Saison feiern zu können.

Während in Zuffenhausen und beim ASV schon geplantscht werden kann, ist das Bad des MTV Stuttgart an der Furtwänglerstraße noch geschlossen. Damit pünktlich am Samstag, 6. Mai, der Startschuss fallen kann, waren am vergangenen Samstag viele ehrenamtliche Helfer im Einsatz. Es galt, die Liegewiese, das Beachvolleyballfeld sowie den Kinderspielplatz auf Fordermann zu bringen.

Muskel-Spiele warten im Höhenfreibad

Den Zeitpunkt der Baderöffnung aufgrund des schlechten Wetters nach hinten zu verschieben, ist für den MTV keine Option. Der stellvertretende Geschäftsführer Peter Kolb sagt, dass die Planungen mit den Bademeistern und dem Kassenpersonal bereits schon lange laufen. Das wiederum mache eine spontane Verschiebung der Eröffnung unmöglich. Aber Peter Kolb hat zu den kalten Temperaturen eine Theorie: In den vergangenen Jahren sei das Aprilwetter immer gut und die ersten Maiwochen immer miserabel gewesen. Er gehe davon aus, dass es dieses Jahr genau andersherum sein müsste. Auch der MTV öffnet sein Bad bis zum 10. September.

Ebenso lange hat auch das Höhenfreibad Killesberg geöffnet. „Bei entsprechender Wetterlage besteht die Option einer Verlängerung“, sagt Lars Mühlig von den Bäderbetrieben Stuttgart. Bis zur Eröffnung am 6. Mai sei aber noch eine Menge zu tun. Acht Leute seien unter anderem damit beschäftigt, den Rasen zu reinigen, die Sanitäranlagen und die Umkleiden zu säubern, die Spielgeräte zu kontrollieren oder auch Malerarbeiten vorzunehmen. Täglich öffnet das Bad dann ab 9 Uhr seine Tore, damit die Besucher ins kühle Nass springen können – optional vom Ein-, Drei- oder Fünf-Meter-Brett beziehungsweise -Turm. Zudem sind einige besondere Aktionen geplant – beispielsweise am Samstag, 29. Juli, gemeinsam mit der Gymwelt Baden-Württemberg. Dann wartet „der ultimative Muskel-Spiele-Spaß für die ganze Familie“.

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