Im Winter im Freien seine Bahnen ziehen kann man in Stuttgart nennenswert nur im Leuze. Foto: Lichtgut/Engelhardt

Die neue Freibadsaison wird für viele Badegäste günstiger und die Saison für alle Besucher ein wenig länger. Wir verraten, wer von den neuen Preisen am meisten profitiert.

Stuttgart - Bei den relativ milden Temperaturen dieses Winters könnte schon so manchem nach Freibad zu Mute gewesen sein. In Karlsruhe hat auch schon das Sonnenbad als eines der ersten in Deutschland seine Winterpause beendet und wieder geöffnet. Draußen schwimmen kann man aber auch näher an Stuttgart zum Beispiel im Wunnebad in Winnenden und das sogar das ganze Jahr. Das Wasser in dem 50-Meter-Sportbecken wird im Winter mit der Abwärme der mobilen Eislaufanlage neben dem Freibad geheizt. In Stuttgart gibt es laut Auskunft der Bäderbetriebe derzeit aber keine Überlegungen in diese Richtung. Wer auch im Winter draußen schwimmen will, dem bleibt im Moment nur das Mineralbad Leuze, das deutlich teurer ist als ein normales Freibad mit Chlorwasser. Die CDU Fraktion im Gemeinderat könnte sich dagegen die ganzjährige Nutzung von Freibädern in der Stadt vorstellen – allerdings unter Traglufthallen, wie es jetzt bereits eine im Inselbad für den Sportbetrieb gibt. Die Fraktion möchte deshalb von der Stadt eine Einschätzung für den Plan, mit dem man aus ihrer Sicht auch zusätzliche Angebote für Schul- und Vereinsschwimmen schaffen könnte. Kurzfristig wird sich die Gesamtsituation aber erst einmal nicht ändern. Es gibt aber in der neuen Saison doch so manches Neue in den Freibädern – und einiges ist auch durchaus positiv.

Viele günstige Eintrittspreise

Hier können sich die Stuttgarter auf die neue Saison freuen. Die Preise bleiben entweder gleich oder werden sogar günstiger. Kinder bis zum sechsten Geburtstag haben künftig freien Eintritt, bisher lag die Altersgrenze bei drei Jahren. Auch Studenten haben Vorteile. Bisher gab es eine Obergrenze beim Alter, die wird jetzt aufgehoben. Am meisten werden allerdings Schwerbehinderte von der neuen Preisgestaltung profitieren. Bisher gab es für diese Gruppe nur in Verbindung mit einer Bonuscard der Stadt reduzierte Eintrittspreise. Die Koppelung an das Programm für finanziell schwächere Menschen fällt jetzt komplett weg. Ein Beispiel: Zahlten Behinderte ohne Bonuscard bisher 103 Euro für die Jahreskarte sind es jetzt nur noch 53 Euro. Apropos Jahreskarte: Wer die vor dem 31. März an einer der Kassen der Hallenbäder kauft, bekommt fünf Euro Nachlass.

In Möhringen und auf dem Killesberg beginnt die Saison am 1. Mai. Das ist eine knappe Woche früher als vor einem Jahr. Bei gutem Wetter könnte es aber schon im April losgehen, die Bäderbetriebe behalten sich die Option vor Möhringen und Killesberg noch früher zu öffnen. Allerdings nur dann, wenn „ausreichend Personal zur Verfügung steht und alle vorbereiteten Arbeiten abgeschlossen sind“, wie es bei den Bäderbetrieben heißt. Am fehlenden Personal scheiterte eine frühere Öffnung in den vergangenen Jahren allerdings regelmäßig. Die Saison endet in den städtischen Freibädern am 15. September, also eine halbe Woche nach Ende der Sommerferien, die bisher meist das Saisonende markierten. Auch hier gibt es die Möglichkeit, dass bei gutem Wetter Möhringen und Killesberg in die Verlängerung gehen – wie zum Beispiel 2018. Das Freibad des MTV Stuttgart öffnet übrigens am 4. Mai.

Die neue Saison wird länger

Getrennte Tarife jetzt auch im Leuze

Seit langer Zeit haben einige engagierte Leuzianer dagegen protestiert, dass es nur einen Tarif Schwimmen und Sauna gäbe. Wer nicht in die Schwitzkabinen will, muss trotzdem dafür zahlen, argumentierten sie. Das Kombiticket war gut zwei Euro teuerer als der reine Schwimmereintritt im vergleichbaren Mineralbad Cannstatt, die Sauna im Leuze also vergleichsweise günstig. Von 1. Juni an haben die Schwimmer nun ihren Willen, aber nicht besonders viel davon. Zumindest nicht im Basistarif. Satt bisher 10,10 Euro für zwei Stunden Schwimmen und Sauna zahlen sie künftig 9,50 Euro um in den Frei- oder Hallenbecken ihre Bahnen zu ziehen. Dafür wird es für alle die deutlich teurer, die beides wollen. Zwei Stunden Schwimmen und Sauna kosten künftig 15,50 Euro statt 10,10 Euro. Weniger auffällig ist der Unterschied bei Tageskarten. Hier stellen sich die nur Schwimmer (14 Euro) um 3,60 Euro besser als im bisherigen Kombitarif (17,60 Euro), die Schwimmer und Saunierer (20 Euro) lediglich um 2,40 Euro schlechter.

Große Projekte bringt die neue Saison nicht mit sich. Zwar haben Stuttgarts Freibäder mittlerweile alle deutliche Altersspuren vorzuweisen. In diesem Sommer gibt es als Verbesserungen aber nur neu angelegte so genannte „Verschattungsanlagen“ in den Kinderbereichen. In den nächsten Jahren sollen aber allein im Inselbad mindestens sieben Millionen Euro für Sanierungsarbeiten an den Schwimmbecken und an den Außenanlagen in die Hand genommen werden.

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