Nach einer teuren Sanierung im Freibad Möhringen kann das Bad in diesem Jahr planmäßig zum Saisonstart öffnen. Oberbürgermeister Frank Nopper empfängt die ersten Besucher persönlich mit Geschenken – und schwimmt danach selber noch zwei Bahnen.
Die diesjährige Freibadsaison ist eröffnet. In diesem Jahr können Besucher nun auch wieder im Freibad Möhringen ihre Bahnen schwimmen. Das Bad musste wegen einer Sanierung im vergangenen Jahr geschlossen bleiben. Trotz Temperaturen von nur knapp 12 Grad waren bereits morgens um 9 Uhr mehrere Dutzend Menschen zur Wiedereröffnung des Freibads am Samstag gekommen. Sie wurden von Oberbürgermeister Frank Nopper persönlich begrüßt, der Waffeln an alle verteilte. Auch bei Bretzeln, Sekt und Orangensaft durften sich die Gäste bedienen – alles kostenfrei, genauso wie der Eintritt am Eröffnungstag.
„Das finde ich natürlich super“, sagte Brigitte Ott-Göbel. Die 63-Jährige hat sich schon lange auf den Saisonstart und die Wiedereröffnung des Möhringer Freibads gefreut. „Ich habe vorher schon die Wochen gezählt“. Die kühlen Temperaturen störe sie nicht, zumal das Wasser auf 18 Grad erwärmt sei. „Ich bin am Bodensee aufgewachsen, ich gehe ab 15 Grad ins Wasser“, sagte sie. Auch für Bernd Jusitz war das Wetter kein Problem. „Ich bin da relativ schmerzfrei“, sagte er. Er sei Stammgast in Möhringen, musste im vergangenen Jahr aber auf das Freibad in Vaihingen ausweichen.
Grundlegende Sanierung des Beckenkopfs
In Möhringen wurde eine Sanierung der Überlaufrinne, die rund um das Becken verläuft, notwendig, nachdem sich dort vermehrt Fliesen gelöst hatten. Der sogenannte Beckenkopf ist großen Temperaturschwankungen ausgesetzt. Wenn Wasser eindringt und sich bei Frost im Winter ausdehnt, entstehen Schäden. Die Fliesen im gefüllten Becken sind durch das Wasser vor Frost geschützt. Eine Reparatur der einzelnen zerstörten Fliesen am Beckenrand hätte im vergangenen Jahr nicht rechtzeitig bis zum Beginn der Freibadsaison erfolgen können, erklärte Detlef Szlamma, technischer Leiter bei den Stuttgarter Bädern.
So habe man sich für eine grundlegende Sanierung des Beckenkopfs entschieden, auch um weitere Schäden in Zukunft zu verhindern. Seit der Sanierung liegen die Fliesen auf einem anderen Untergrund als zuvor. Der spezielle Unterbau sei besser für die Witterung geeignet, da „Temperaturen besser aufgenommen werden können“, sagt Szlamma. Das Projekt habe rund 900 000 Euro gekostet.
Der Oberbürgermeister springt selbst ins kalte Wasser
Die vorübergehende Schließung des Freibads sorgte bei vielen für Empörung, es hatte auch eine Unterschriftensammlung gegeben. „Uns ist klar geworden, wie wichtig das Freibad für die Möhringer und Möhringerinnen ist“, sagte Oberbürgermeister Frank Nopper. Er betonte, man habe die Eintrittspreise bewusst unverändert gelassen – trotz gestiegener Preise für Energie und Personal. Ein Tagesticket gibt es für 4,50 Euro, eine Dauerkarte für die gesamte Saison bis September für 103 Euro – „ein fairer Preis“, sagte Nopper. Die Dauerkarte für Vielschwimmer lohne sich ab dem 23. Besuch und sei ab dem ersten Öffnungstag an der Freibadkasse erhältlich.
Zum Schluss seines Besuchs in Möhringen testete Nopper das Freibad noch persönlich. Trotz knapp 18 Grad Wassertemperatur schwamm der Stuttgarter Rathauschef zwei Bahnen. „Es ist sehr schön, aber auch ganz schön kalt“, rief er aus dem Wasser.
Mit dem Bad in Möhringen sind nun wieder alle fünf städtischen Freibäder die komplette Saison lang im Betrieb. Alle Bäder sind werktags von 7 bis 19.30 Uhr geöffnet, an Wochenenden und Feiertagen erst ab 9 Uhr. Die Schwimmbäder in Möhringen und am Killesberg haben am Samstag, 27. April, als erste ihre Türen für Besucher geöffnet. Am Donnerstag, 9. Mai, folgen Rosental in Vaihingen und Sillenbuch sowie am Samstag, 18. Mai, das Inselbad Untertürkheim. Letzter Tag der diesjährigen Saison ist Sonntag, der 8. September.