Der Besuch des Wellariums in Steinheim an der Murr wird in der nächsten Saison teurer. Außerdem steht im Raum, die Öffnungszeiten zu verkürzen.
Der Steinheimer Gemeinderat wird mit dieser Entscheidung wahrscheinlich keinen Beliebtheitspreis gewinnen. Doch die wirtschaftlichen Zwänge sind aus Sicht des Gremiums und der Rathausspitze zu groß, als dass man darauf verzichten könnte. Insofern stimmte die Runde am Dienstag mit großer Mehrheit dafür, die Eintrittspreise für das Wellarium zur kommenden Freibadsaison anzuheben.
Saisonkarte wird um 15 Euro teurer
Erwachsene müssen demnach 6,50 statt 5,80 Euro bezahlen, wenn sie ihre Bahnen ziehen wollen. Für Kinder, Jugendliche und Studenten werden 3,50 Euro fällig und damit 20 Cent mehr als bislang. Die Familienkarte für zwei Elternteile und ebenso viele Kinder schlägt mit 16 statt 14 Euro zu Buche. Auch für eine Saisonkarte müssen die Badegäste fortan tiefer in die Tasche greifen. Von Erwachsenen werden dafür 95 und somit 15 Euro mehr als zuletzt verlangt. Bei Kindern und Jugendlichen ist der Sprung prozentual sogar höher. 55 statt 44 Euro soll die Dauerkarte für den Nachwuchs kosten. Trotz all dem bewege sich der Abmangel für die Freizeiteinrichtung im mittleren sechsstelligen Bereich, betonte Bürgermeister Thomas Winterhalter. Jeder Besuch werde grob überschlagen mit drei Euro bezuschusst.
Verantwortlich für das Drehen an der Preisspirale sind laut Oksana Bogatsch gestiegene Energiekosten und neue Tarifabschlüsse, die sich auf die Personalausgaben auswirkten. Das betreffe auch die Kosten für die externen Reinigungskräfte und den Sicherheitsdienst, der in dem Bad nach dem Rechten schaut, sagte Bogatsch, die für die Finanzen bei der Einrichtung zuständig ist. Gestrichen werde zudem der Nachlass von drei Prozent für all jene, die ihre Tickets online bezogen haben. Diese Zahlungsweise habe man fördern wollen, sie habe sich etabliert, womit das Ziel erreicht worden sei, erklärte Bogatsch.
Die Finanzfachfrau erklärte überdies, dass eine Reduzierung der Öffnungszeiten im Raum stehe. Zuletzt schloss das Bad um 21 Uhr seine Pforten. Im Gespräch ist, den letzten Gong um eine halbe Stunde vorzuverlegen. Das hänge aber von einer Organisationsuntersuchung ab, deren Ergebnisse erst gegen Ende des Jahres vorlägen, erläuterte Bogatsch. „Deshalb würden wir die Entscheidung über die Öffnungszeiten erst einmal zurückstellen und damit in den April gehen“, fügte sie hinzu.
Für Geburtstagskinder lohnt sich der Besuch
Sie hatte aber auch ein kleines Bonbon für die Wellarium-Besucher mit im Gepäck. Geburtstagskinder bis zum Alter von 17 Jahren erhalten an ihrem Ehrentag freien Eintritt. „Das würden wir gerne einführen“, sagte sie.
Auf der Agenda hat die Stadt Steinheim, die das Freibad gemeinsam mit der Nachbargemeinde Murr betreibt, auch die Sanierung mehrerer in die Jahre gekommener Becken. 2025 seien allerdings noch keine größeren Baumaßnahme geplant, betonte Bogatsch. Wann und in wie vielen Bauabschnitten die Anlagen ertüchtigt werden sollen, müsse erst entschieden werden.
Insofern können sich Wasserratten in Steinheim auf eine Saison ohne Einschränkungen freuen. In den Jahren, in denen die Bagger anrücken, wird das indes mutmaßlich anders sein. Je nachdem, ob die Becken in einem Rutsch oder in Abschnitten auf Vordermann gebracht werden, öffnet das Bad laut den verantwortlichen Fachplanern dann einen Sommer überhaupt nicht oder erst später als gewöhnlich.