Oberstenfeld und Beilstein (Kreis Ludwigsburg/Kreis Heilbronn) haben gezeigt: das 50-Jahre-Jubiläum ihres Mineralfreibades wurde auch ohne Musikfestival ein Highlight.
Der scheidende Schultes sprach Worte, die blieben: „Dies ist ein Ort der Bewegung, der Begegnung und des Bleibens … dieses Juwel mitten im Bottwartal.“ Markus Kleemann, noch bis zur Monatsmitte Bürgermeister von Oberstenfeld, lobte das Mineralfreibad Oberes Bottwartal zum 50-Jahr-Jubiläum in höchsten Tönen. Bei strahlendem Wetter erlebten viele Gäste des Festakts das beliebte Bad in „Höchstform“.
Viele Freundschaften entstehen
Damit lieferten die Kommunen Oberstenfeld und Beilstein den Beweis ihrer Flexibilität. Erst Anfang Juni hatte die Event-Agentur, die ein Musikfestival auf die Beine stellen wollte, wegen wirtschaftlicher Bedenken jäh abgesagt. Doch das, so Kleemann, „hat uns nicht entmutigt“. Die Krise wurde zur Chance: „Das Fest wurde nicht von außen organisiert – es kommt aus der Mitte unserer Gemeinschaft.“ Das sei nicht selbstverständlich. „Das ist Oberstenfeld, das ist Beilstein. Das ist Mineralfreibad Oberes Bottwartal.“ Und so feierten sie am Samstag mit einer großen Beach-Party und Band, am Sonntag gehörte das Wasser den Familien, mit Schaumparty, Spielen, Lachen und Toben.
Kleemann ließ in seiner Festrede die Entwicklung des Bades Revue passieren. Es steht heute so gut da, weil die Gemeinden und der Kreis Heilbronn im Zweckverband immer wieder rechtzeitig Erneuerungen auf den Weg gebracht haben, sodass es „weit mehr ist als nur ein Freibad mit Rutschen und Becken“. An diesem Ort haben viele Kinder schwimmen gelernt, hier sind viele Freundschaften entstanden. Die 2007 erneuerten Edelstahlbecken wirken nagelneu und laden zum Eintauchen ein. Stolz verwies der Schultes auf Anerkennung: „2018 kam die Krönung: Schönstes Freibad Deutschlands!“ Aber das haben sie zwischen Lichtenberg und Hohenbeilstein schon immer gewusst.
Und das Bad sei auch „zukunftsfähig aufgestellt“, so Kleemann. Ein großer Teil der Parkplätze ist mit einer großen Photovoltaik-Anlage überdacht, um klimafreundlichen Strom zu erzeugen. Bald können dort auch Elektrofahrzeuge geladen werden. Neu gestaltet wurde auch der Fahrradabstellplatz.
Mit 81 Jahren noch eine Saisonkarte
Die Atmosphäre mitgeprägt haben Udo Schmidt, der erste Schwimmmeister in Oberstenfeld überhaupt, und Wolfgang Trillinger, der von 1978 bis 2011 die Aufsicht führte. Wie blicken sie heute zurück? Schmidt, heute 81 Jahre alt, hat immer noch seine Saisonkarte und zieht regelmäßig seine Bahnen. Er findet es „wunderbar“, wie das Bad sich entwickelt habe, „es bietet für jeden etwas.“ Heute, meinte er allerdings, fehle es bei manchen Badegästen an Respekt gegenüber den Schwimmmeistern.
Ein launiger, nasser Wettbewerb sorgte nach der Rede des Schultes für Stimmung. In drei Disziplinen traten fünf Stadträte aus Beilstein und fünf Gemeinderäte aus Oberstenfeld gegeneinander an. Beim „Entenfangen“ steuerten Zwei-Kayaks durch das Becken und mussten Gummientchen einsammeln – da waren die Beilsteiner vorn. Auch das Wettrennen, bei dem ein Mann innerhalb eines großen Plastikballs über das Wasser lief, entschied ein Beilsteiner für sich. Dafür hatten die Oberstenfelder beim raschen Zusammenbau einer Wasserleitung, mit der das nasse Element vom Becken in einen Eimer geleitet werden musste, die Nase vorne, im Gesamtergebnis ein Unentschieden, ganz im Sinne guter Partnerschaft.
So geht das Bad mit besten Wünschen und Aussichten in die Zukunft. Wie Markus Kleemann es formuliert hatte: „Freuen wir uns auf viele weitere Jahre mit klarem Wasser, schneller Rutsche – und hoffentlich nie ausverkauften Pommes!“