Am Sonntag ist Finale – danach müssen Schwimmer im Hallenbad ihre Bahnen ziehen. Foto: Simon Granville

Das Leobad geht in die Winterpause: Trotz eines regnerischen Sommers war die Saison gut besucht. Die SPD sorgt sich derweil um Regelverstöße im Bad - die Stadt bezieht klare Position.

Die Liegewiesen leeren sich, die Sonnenschirme wandern zurück ins Lager: Die Saison im Leonberger Leobad geht am Sonntag zu Ende. Zeit, Bilanz zu ziehen: Wie lief die Saison? Welche Probleme gab es? Und wie reagiert die Stadt auf die Bedenken der SPD-Fraktion rund um Sicherheit und Stimmung im Bad?

 

Etwa 130 000 Menschen haben in diesem Jahr das Leobad besucht. Damit liegen die Zahlen leicht unter dem Vorjahr, da wurden rund 145 000 Besucherinnen und Besucher gezählt. Grund für den Rückgang sei vor allem das wechselhafte Wetter, wie die Stadt Leonberg mitteilt. Vor allem der ungewöhnlich nasse Juli könnte sich negativ auf die Zahlen ausgewirkt haben. Besonders eindrucksvoll war dagegen der 22. Juni: An jenem Sonntag strömten fast 9000 Menschen ins Bad. Ein Rekordtag, der zeigte, welche Anziehungskraft das Leobad bei Hochsommerwetter hat. Gut fällt die Bilanz der Stadt auch für die Gastronomie aus: Der neue Pächter sei von den Gästen „fast ausnahmslos positiv“ aufgenommen worden. Auch für 2026 sei die Kontinuität gesichert – der Betreiber wird bleiben.

SPD sorgt sich um das „Kulturgut Bad“

Während die nackten Zahlen die gute Saison unterstreichen, schlägt die SPD-Fraktion im Gemeinderat einen besorgteren Ton an. Ihr Fraktionsvorsitzender Ottmar Pfitzenmaier und seine Stellvertreterin Christa Weiß berichten von Situationen, die sie für bedenklich halten: vom Rauchen am Beckenrand über Schwimmerinnen in voller Kleidung bis hin zu unbeaufsichtigten Kleinkindern im Strömungskanal. „In all solchen Fällen muss das Personal durchgreifen. Wer sich nicht an die Regeln hält, muss gehen. Sonst entgleitet uns das Thema“, sagt Pfitzenmaier.

Auch die Stimmung habe sich verändert, ergänzt Christa Weiß: „Die Atmosphäre ist sehr viel aggressiver geworden. Deshalb ist auch der Sicherheitsdienst im Bad notwendig.“ Gleichzeitig betonen beide, dass das Personal eine große Leistung erbringe: „Man muss wirklich eine Lanze für unser Personal brechen“, so Pfitzenmaier.

„Klare und respektvolle Ansprache“

Auch die Stadt Leonberg nimmt Veränderungen wahr. Gesellschaftliche Entwicklungen machten sich eben auch im Freibad bemerkbar, heißt es. Gleichzeitig betont die Stadt, dass „die Mehrheit unserer Gäste weiterhin respektvoll und regelkonform das Bad nutzt“. Typische Probleme seien vor allem kleinere Verstöße gegen die Badeordnung oder eine unzureichende Aufsicht von Kindern. „In den meisten Fällen lassen sich diese Situationen durch eine klare, respektvolle Ansprache zeitnah und einvernehmlich lösen.“

Für kniffligere Situationen gebe es Unterstützung: Der Sicherheitsdienst sei an stark frequentierten Tagen präsent und habe sich bewährt. Polizeieinsätze seien dagegen sehr selten und beschränkten sich auf Einzelfälle. Für die kommende Saison seien zudem weitere Schulungen für das Personal geplant, um auch in Zukunft souverän reagieren zu können.

Was jetzt ansteht

Saisonschluss
Am Wochenende endet die Freibadsaison auch in Renningen und Mönsheim. Damit müssen sich die Schwimmerinnen und Schwimmer in der Region vorerst vom Baden unter freiem Himmel verabschieden. In Mönsheim dürfen dafür am Sonntag, 21. September, die Vierbeiner ins Wasser. Beim Hundeschwimmen erwartet die Besucher ein buntes Programm mit Flohmarkt sowie Essen und Trinken. Die Vierbeiner zahlen 4 Euro Eintritt, für Herrchen und Frauchen ist der Eintritt kostenfrei.

Sauna
In Leonberg geht es nahtlos weiter: Am Mittwoch, 17. September, öffnen Hallenbad und Sauna ihre Türen für die Wintersaison. Damit müssen Wasserratten nicht lange auf ihr nächstes Eintauchen warten, nur eben dann im Hallenbad.