Gerade einmal 16 Monate an der Spitze der CDU-Fraktion: Fred Stradinger Foto: Kraufmann

Fred Stradinger geht: Die CDU im Rathaus wechselt schon wieder ihren Vorsitzenden aus.

Stuttgart - Nach 16 Monaten mit Fred Stradinger an der Spitze wechseln die Christdemokraten im Rathaus schon wieder ihren Vorsitzenden aus. Stradinger wird den Vorsitz am Donnerstag abgeben - Alexander Kotz darf endlich übernehmen.

Bei der Fraktionssitzung am Donnerstag werden die CDU-Stadträte wieder einmal einen Stabwechsel vollziehen. Das Ergebnis der Neuwahl für den Fraktionsvorsitz ist bereits ausgehandelt: Die 15-köpfige CDU-Riege soll einfach Fred Stradinger und Alexander Kotz austauschen. Der bisherige Fraktionschef wäre am Abend dann nur noch Stellvertreter.

Stradinger ist um eine Begründung für diesen Wechsel nicht verlegen. Der bisherige Büroleiter von Landwirtschaftsminister Rudolf Köberle verweist auf seine Beförderung zum Stabsstellenleiter. Er leitet jetzt nicht nur das Ministerbüro, sondern hat auch noch die Zentralstelle und die Pressestelle unter sich. "Der Fraktionsvorsitz ist damit zeitlich nicht mehr vereinbar", beteuert er.

Kotz strebt schon lang nach dem Vorsitz

Immerhin habe er in den vergangenen 16 Monaten die Teamfähigkeit der Fraktionsmitglieder stärken können, sagt Stradinger. Nicht zuletzt in der Wahl von Isabel Fezer (CDU) zur neuen Sozialbürgermeisterin sieht Stradinger einen Erfolg seiner Arbeit. Diese knappe Entscheidung gegen eine öko-soziale Mehrheit mit deren Kandidaten Werner Wölfle sei nur durch die Geschlossenheit der CDU möglich gewesen. "Auftrag erfüllt - Fundamente für erfolgreiche Arbeit der Fraktion gelegt", titelt Stradinger bei seiner Pressemitteilung. Das Erreichte lege andererseits aber nahe, dass er wie gewünscht als Stellvertreter weitermache.

Er selbst, erklärte Stradinger am Dienstag, habe Alexander Kotz zum Nachfolger vorgeschlagen - "im Einvernehmen" mit seiner Vorgängerin Iris Ripsam, die in den vergangenen 16 Monaten neben Kotz stellvertretende Fraktionsvorsitzende war.

Die Wahrheit ist allerdings auch, dass Stradinger bei einer turbulenten Fraktionssitzung im Juli nur knapp einem Putsch von Kotz und Ripsam entgangen war. Stradinger wurde damals aufgefordert, die zeitliche Unvereinbarkeit zwischen Beruf und Fraktionsvorsitz zu entdecken und spätestens auf Weihnachten 2010 zurückzutreten. Kotz, der Stuttgarter Kreishandwerksmeister, hatte schon lang nach dem Vorsitz gestrebt. Der Erste Bürgermeister Michael Föll, hieß es damals, habe das Sägen an Stradingers Stuhl toleriert, weil die Putschisten ihm Unterstützung für seine Wiederwahl als Kreisvorsitzender versprachen. Nur wenige Tage nach der Fraktionssitzung wurde Föll bei einem Kreisparteitag der CDU - wenn auch nicht mit überragendem Ergebnis - wiedergewählt. Iris Ripsam avancierte zur stellvertretenden Kreisvorsitzenden. Sie, so heißt es in der CDU, peilt den Kreisvorsitz an, wenn Fölls Amtszeit 2012 ausläuft.

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