Foto: dpa

Frauen sind in Deutschland gegenüber den Männern in vielen Bereichen noch immer nicht gleichgestellt. Entscheidungsebenen in Politik und Wirtschaft seien noch immer klar in Männerhand, kritisieren Interessenvertreter.

Stuttgart - Frauen sind in Deutschland gegenüber den Männern in vielen Bereichen noch immer nicht gleichgestellt, kritisieren Interessenvertreter. Mit Blick auf den Internationalen Frauentag am 8. März weisen sie darauf hin, dass die Entscheidungsebenen in Politik und Wirtschaft noch immer klar in Männerhand seien. Frauenrechtsorganisationen wollen den Tag außerdem nutzen, um auf die Probleme ausländischer Frauen in Deutschland aufmerksam machen.

Die Tübinger Organisation Terre des Femmes hob hervor, dass ausländische Frauen oft die Leidtragenden seien, wenn die Männer in ihrer Familie nicht richtig Fuß in Deutschland fassten. Wenn Männern die Anerkennung für ihren beruflichen Erfolg oder ihre gesellschaftliche Stellung fehle, entwickelten sie nicht selten ein Streben nach Macht, sagte Sibylle Schreiber von Terre des Femmes. Die Leidtragenden seien vor allem jüngere Schwestern. "Den Mädchen wird keinerlei Selbstbestimmung mehr zugestanden."

Die Frauenhäuser in Baden-Württemberg werfen Städten und Gemeinden vor, sie bei der Finanzierung im Stich zu lassen. Baden-Württemberg sei eines der traurigen Schlusslichter bei der Finanzierung der Frauenhäuser, kritisierte Sabine Brommer vom Paritätischen Wohlfahrtsverband in Stuttgart. Dabei seien die Frauenhäuser Anlaufstelle für rund 4000 Flüchtende im Jahr. Für etwa 10 bis 12 Prozent der Frauen, die Schutz vor ihrem gewalttätigen Partner suchten, zahle der Staat jedoch nicht für die Unterbringung im Frauenhaus. "Dass die Frauen für die Kosten der erlebten Gewalt selbst bezahlen müssen, steht im Widerspruch zum geltenden Gewaltschutzgesetz", klagte Brommer.

Das Stuttgarter FrauenNetzwerk will am 8. März darauf aufmerksam machen, dass Frauen die Mehrheit der Bevölkerung bilden und diese Macht bei Wahlen noch stärker nutzen könnten. In den Parlamenten seien Frauen nach wie vor deutlich unterrepräsentiert. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) lädt landesweit zu rund 30 Veranstaltungen ein. Frauen müssten in Politik und Gesellschaft stärker mitbestimmen können, so die Forderung der Gewerkschaft.

b>Der Zwischen Frauen und Männern in Baden- Württemberg gibt es noch so manchen Unterschied.

- Mehr vom Leben: Frauen leben knapp fünf Jahre länger als Männer, nämlich 83,2 Jahre. Damit ist die Lebenserwartung für neugeborene Mädchen heute fast zehn Jahre höher als Anfang der 70er Jahre.

- Erziehung: Trennen sich die Eltern, bleiben die Kinder meist bei der Mutter. 84,5 Prozent der Alleinerziehenden sind Frauen, 15,5 Prozent Männer.

- Hochschule: An den Unis herrscht schon fast Gleichstand: Frauen machen 47 Prozent der Studenten aus.

- Beruf: Fehlte 1982 noch 42 Prozent der berufstätigen Frauen eine Qualifikation, sind inzwischen nur noch knapp 24 Prozent ohne Ausbildung. - Chefetage: In Führungspositionen haben es Frauen noch immer schwer. Bei den Chefs im Land sind 22 Prozent weiblich.

- Landtag: Obwohl 52 Prozent der Einwohner von Baden-Württemberg Frauen sind, ist nicht einmal jeder vierte Abgeordnete im Landtag weiblich.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: