Der Ludwigsburger Landrat Dietmar Allgaier sieht den Handlungsbedarf, macht aber auch klar: Die Lösung muss bezahlbar sein. Ganz vom Tisch scheint das ehemalige Kurhotel nicht zu sein.
Die Suche nach einer Immobilie für ein zweites Frauenhaus geht in eine weitere Runde. Jetzt mit an Bord: die Kreissparkasse (KSK) Ludwigsburg. Zusammen wolle man sie ausweiten, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Kreishaus. Vergangene Woche hatten sich Landrat Dietmar Allgaier, die Leitung des Vereins Frauen für Frauen und Vertreter der KSK getroffen. „Wir unterstützen den weiteren Ausbau von Frauenhausplätzen ausdrücklich“, so Allgaier. „Hier ist dringend Handlungsbedarf geboten, aber wir müssen eine bezahlbare Lösung finden – gerade vor dem Hintergrund der fehlenden Finanzierung des Bundes und der knappen Fördermittel des Landes Baden-Württemberg.“
Mit Unterstützung der KSK wolle man den Immobilienmarkt nochmals ausloten, um Alternativen zum ehemaligen Kurhotel in Hoheneck zu finden, das die Wohnbau für den Verein freihält und dessen Umbau an die 3,8 Millionen Euro kosten würde. Ganz vom Tisch ist diese Option damit aber noch nicht, ist aus dem Kreishaus zu hören. Arezzo Shoaleh vom Verein Frauen für Frauen ist zuversichtlich, dass man zu einer guten Lösung kommt. „Das Thema ausreichender Schutzplätze im Kreis ist sehr wichtig und der Bedarf hoch.“
Die Istanbul-Konvention verpflichtet Deutschland, für von Gewalt betroffene Frauen und Kinder geeignete und leicht zugängliche Schutzunterkünfte in ausreichender Zahl bereit zu halten. Die Analyse und die Erfahrungen des Vereins Frauen für Frauen zeigen, dass mit aktuell 19 Familienplätzen keine ausreichende Kapazität zur Verfügung steht. Gleichwohl stellt der Bund keine Finanzierungsmöglichkeiten für den Ausbau zur Verfügung und auch von Seiten des Landes sind die Fördermittel gering.
Verlässliche Finanzierung
„Die aktuelle Situation wird den Betroffenen nicht gerecht. Gewalt gegen Frauen und Kindern muss entschiedener entgegengewirkt werden – auch bei angespannter Haushaltslage. Wir benötigen eine verlässliche Finanzierung und Absicherung auf allen Ebenen. Ein neues Leistungsgesetz, das den Schutz vor Gewalt zum Inhalt hätte, ist hier längst überfällig“, so Dietmar Allgaier.