Am vergangenen Sonntag hat Maximiliane Rall drei Tore für die Frauen des VfB Stuttgart erzielt. Am Sonntag will sie mit dem Team wieder erfolgreich sein – im Spitzenspiel.
Wenn es stimmt, was Felix Magath einst behauptet hat, dann ist Maximiliane Rall ganz vorne dabei. „Qualität kommt von Qual“, erklärte der frühere Trainer des VfB Stuttgart einmal. Und die heutige Spielerin in der Frauenmannschaft der Weiß-Roten sagt über sich selbst: „Ich kann mich gut quälen, mir macht das Spaß.“ Was dann am Ende ja bedeuten muss: Die 32-Jährige ist in dem, was sie auf dem Fußballfeld tut, auch besonders gut.
Beim Blick auf die bisherige Karriere von Maximiliane Rall besteht daran kein Zweifel. Vom VfL Sindelfingen ist die Nummer acht des VfB einst zur TSG Hoffenheim gewechselt, danach ging’s zum FC Bayern, mit dem sie 2023 die deutsche Meisterschaft gewonnen hat. Neun Länderspiele hat sie für die deutsche Nationalmannschaft bestritten, und nach einem Jahr bei den Chicago Red Stars half sie ab Januar 2025 mit, das Team des VfB Stuttgart in die zweite Liga zu führen. „So, wie es bisher gelaufen ist“, sagt sie über ihre Laufbahn, „hat es genau gepasst.“ Dennoch soll ein weiteres Highlight folgen.
Die VfB-Frauen wollen – obwohl sie Aufsteiger sind – die zweite Liga so schnell wie möglich wieder verlassen und in die Bundesliga aufsteigen. Dass das möglich ist, hat die Mannschaft im bisherigen Saisonverlauf bewiesen, nach zwölf Spielen steht das Team auf Platz zwei – also auf einem Aufstiegsplatz. Und kann am kommenden Sonntag die deutlichen Ambitionen untermauern. Mit einem Sieg im Spitzenspiel der zweiten Liga.
„Wir freuen uns darauf“, sagt Maximiliane „Maxi“ Rall, „das wird ein cooles Spiel, da treffen zwei richtig gute Teams aufeinander.“ Das eine stellt der VfB, das zweite der SC Sand. Die einen sind Zweiter mit 27 Punkten, die anderen haben als Tabellenführer aktuell einen Zähler mehr. Zwar findet die Defensivspielerin, am Sonntag in Stuttgart werde „noch nichts entschieden und man kann auch noch nichts verlieren“. Ein Sieg über den SC Sand und die damit verbundene Herbstmeisterschaft würde dem Selbstvertrauen aber sicher auch nicht schaden.
Nach nur zwei Niederlagen in 13 Partien (eine im Pokal, eine in der Liga) ist der Glaube an die eigenen Stärken beim VfB ohnehin schon ausgeprägt. Für den Aufstieg in die Bundesliga, findet Maxi Rall mit Blick auf den Kader der Stuttgarterinnen, „haben wir schon jetzt alles beisammen“. Weil ihr im vergangenen Sommer noch weitere Spielerinnen mit hoher Qualität gefolgt und zum VfB gewechselt sind. Zusätzlich ist es aus ihrer Sicht auch wichtig, dass die Rahmenbedingungen Schritt halten.
Die Mannschaft immer weiter zu verstärken sei das eine, erklärt Maxi Rall, der Verein müsse nun jedoch auch schauen, „dass die Bedingungen für das Frauenteam mitwachsen“. Sie ergänzt: „Da ist der VfB dran, und ich weiß natürlich auch, dass es die Abteilung erst seit gut drei Jahren gibt.“
Drei Tore gegen den VfL Wolfsburg II
Die heute 32-Jährige hat in Hoffenheim gespielt, auch bei den Bayern, beide Clubs haben sich schon vor vielen Jahren dem hochklassigen Fußball der Frauen verschrieben. Der VfB betreibt den Versuch, auch mit einer Frauenmannschaft im Topbereich anzukommen, dagegen erst im vierten Jahr. Da ist es nur logisch, dass es knifflig bleibt, der forcierten sportlichen Entwicklung stets gerecht zu werden. „Wir als Mannschaft“, sagt Maximiliane Rall, „haben zuletzt immer geliefert.“ Mit zwei Aufstiegen in Folge und aktuell dem zweiten Rang in Liga zwei.
Der Club müht sich durchaus, die Gegebenheiten für die Frauen anzupassen, im kommenden März dürfen Maxi Rall und ihre Kolleginnen sogar in der MHP-Arena gegen den 1. FSV Mainz 05 antreten. „Das wird ein Highlight-Spiel“, sagt die frühere Nationalspielerin zwar, sie betont aber auch: „Das ist noch weit weg.“ Dass sie dem Auftritt in der großen Schüssel gelassen entgegen sieht, mag auch daran liegen, dass sie selbst schon mit dem FC Bayern vor rund 50 000 Zuschauern im Camp Nou in Barcelona gespielt hat.
Am Sonntag (13 Uhr) ist die Realität eine andere. Auf dem Sportgelände des PSV Stuttgart werden es rund 1000 Zuschauer sein, wenn der Erste auf den Zweiten der zweiten Liga trifft. Am Ehrgeiz der VfB-Mannschaft, das Spiel zu gewinnen, wird das nichts ändern. Schon gar nicht bei Maximiliane Rall.
Die nämlich glänzt auch in den Trainingseinheiten nicht nur dann, wenn es darum geht, einen feinen Ball zu spielen, sondern auch, wenn es mal hart wird. Etwa bei den Laufeinheiten. Wie gesagt: Sich ordentlich zu schinden, macht der 1,80 Meter großen Frau aus Rottweil Spaß – was nicht heißt, dass sie die anderen Glücksmomente des Fußballerinnenlebens weniger schätzt.
Am vergangenen Spieltag hat sie beim 9:1 des VfB beim VfL Wolfsburg II gleich drei Treffer erzielt. Ein Novum war das übrigens nicht – für die TSG Hoffenheim hat Maximiliane Rall gegen Bayer Leverkusen auch schon vierfach getroffen. Was die These von Felix Magath nur zusätzlich bestätigt.