Babs Steinbock spielt Frau Kächele und Teflon Fonfara die Frau Peters Foto: Fonfara

Mit „Stuttgarts erstem Sargverleih“ hat Teflon Fonfara in den 1970ern Schlagzeilen gemacht. Viel Schräges zieht sich durch seine Biografie. Jetzt freut er sich über das Comeback der einstigen Radiostars Frau Kächele und Frau Peters.

Stuttgart - 1978 hat er sich einen noblen, massiven Eichensarg gekauft und „Stuttgarts ersten Sargverleih“ eröffnet. In den Zeitungen schaltete Teflon Fonfara eine Anzeige mit folgendem Text: „Sargmiete nur 100 Mark die Nacht.“ Mit dieser Geschäftsidee löste der schrille Schwabe einen Mediensturm aus. „Spiegel“ und „Stern“ schrieben über den Mann, dessen Band Fonfara Music Gitarrensoli spielte, die so lang waren wie der Morgenstau der A 81 bei Pleidelsheim. Jetzt rückt der Veteran des wilden Südens exklusiv für unsere Leserinnen und Leser mit der Wahrheit raus: „Nur einmal hab ich den Sarg verleihen können – für eine Party.“ Der Werbeerfolg zwischen Hamburg und Wien sei aber umwerfend gewesen.

Fast schien es, als ruhten Frau Kächele und Frau Peters in Fonfaras Eichensarg. Die Schwäbinnen, die den Hefezopf liebten, aber nur „mit einem Haufen Butter drin“, priesen von 1986 bis 1998 in etwa 800 Radio-Spots die Einmaligkeiten ihres Hausfrauendasein im Allgemeinen und Erfindungen wie die „Orgasmusschaukel“ im Besonderen an. Jetzt lässt ihr Erschaffer die Totgeglaubten auferstehen: Schwertgosch reloaded. Originaltexte von früher kommen auf die Bühne.

Nach der Fusion mussten die Schwabenweiber zurücktreten

Mit Babs Steinbock, die seit 1997 als Mitglied der Stuttgarter Kultband Cleanin’ Women in der Stadt sauber macht, spielt Teflon Fonfara seine Kächele und seine Peters nun, die einst nur über ihre Stimmen aus dem Radio bekannt waren. Ein Video mit beiden sorgt bereits unter dem Titel „Der Briefträger kommt ins Haus“ im Internet für Aufsehen. „Es ist das Original, das ich vor 30 Jahren geschrieben habe“, sagt der Ex-Sargverleiher. Hat sich seitdem nichts geändert? Sind Briefträger noch immer das Hausfrauenglück? Oder läuft alles nur noch über Mails, selbst der Sex nur digital im Netz?

Daheim nahm das Multitalent einst auf dem Kassettenrekorder die Spots auf, technisch wurden die Stimmen verändert. Sodann brachte Fonfara die Kassetten ins Funkhaus, wo die Geschichten unbearbeitet gesendet wurden. Mit der Fusion 1998 endete die Radiokarriere von Frau Kächele und Frau Peters. Die Comedy-Hoheit von SWR 3 lag von nun an in Baden-Baden. Dort wollte man die Schwabenweiber nicht mehr. Doch nun kehren sie zurück – bald sogar live auf Bühnen. Noch streng geheim ist, wann und wo Premiere ist. Wird das Comeback länger währen als Hefezopf-Butter in der Sonne?

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