Christof Schick, Sprecher des Vorstandes der Deutschen Bausparkasse Badenia (l.), und Kultusminister Andreas Stoch (r.) haben die Viertklässler der Franz-Schubert-Schule mit Klassenlehrerin Sibylle Towhidi im Karlsruher Schlossgarten ausgezeichnet. Foto: privat

Die Klasse 4a wurde von Kultusminister Andreas Stoch für ihre Ideen ausgezeichnet.

Botnang - Ein Haus aus den 1950er Jahren so zu modernisieren, dass es den heutigen Ansprüchen genügt, kann bisweilen eine knifflige Aufgabe sein. Themen wie energetische Standards, Grundrisse der Räume oder Barrierefreiheit spielen hierbei meist die größte Rolle. Die Klasse 4a der Franz-Schubert-Schule hat sich dieser Herausforderung gestellt – zumindest auf dem Papier.

Die Mädchen und Buben um ihre Klassenlehrerin Sibylle Towhidi haben beim Wettbewerb „Jugend baut . . . für die Zukunft!“ teilgenommen, den die Arbeitsgemeinschaft Baden-Württembergischer Bausparkassen in Zusammenarbeit mit der Stiftung kulturelle Jugendarbeit des Kultusministeriums initiiert hat. Die Aufgabe: Aus einem in die Jahre gekommenen Altbau eines älteren Ehepaars ein modernes Heim für eine Familie mit zwei Kindern zu machen. „Wir haben das Thema zunächst in der Klasse besprochen“, sagt Towhidi. „Dann sind die Schüler durch Botnang gelaufen und haben sich einen Eindruck von den Häusern und möglichen Umbaumaßnahmen verschafft.“ Im weiteren Prozess seien handgemalte Bilder entstanden. „Wir haben dann demokratisch abgestimmt, welche Zeichnungen wir beim Wettbewerb einreichen“, sagt die Klassenlehrerin. Sechs Entwürfe haben den Zuschlag erhalten. „Es war eine Gemeinschaftsproduktion. Einfach toll.“ Die Kinder haben unter anderem Fotovoltaikanlagen auf die Dächer der Altbauten gemalt und Elektro-Autos in die Garagen und Auffahrten gezeichnet. „Insbesondere den jüngeren Schülern war es wichtig, dass das Haus vor allem ein aktives Familienleben ermöglicht und für jedes Familienmitglied etwas bereithält“, heißt es beim Kultusministerium.

750 Euro für den zweiten Platz

Die Mädchen und Buben der Franz-Schubert-Schule haben beispielsweise Baumhäuser, Rutschen ins Freie oder ein Trampolin in ihren Entwürfen vorgesehen. Zudem ist auch eine gemütliche Schaukel für Opa im Garten zu finden. Rampen und Aufzüge sollen das Zusammenleben der unterschiedlichen Generationen ermöglichen. Die Entwürfe der Klasse 4a haben die Jury auf jeden Fall überzeugt. Die Experten der Architektenkammer, des Bundes Deutscher Architekten und der Hochschule für Technik in Stuttgart haben die Franz-Schubert-Schule in der Wettbewerbsklasse 1 auf den zweiten Platz gewählt. Bei den Mädchen und Buben der Schulklassen 1 bis 4 konnte nur die 3. Klasse der Leutkircher Grundschule Herlazhofen-Willerazhofen die Jury noch einen Tick mehr von ihrem Konzept überzeugen. Für den zweiten Rang gab es 750 Euro.

Insgesamt haben rund 300 Schüler aus Baden-Württemberg – von der ersten Grundschulklasse bis zur Berufsschule oder gymnasialen Oberstufe – an dem Wettbewerb „Jugend baut  . . . für die Zukunft!“ in vier Altersgruppen teilgenommen. 60 Arbeiten wurden eingereicht. „Die gestellte Aufgabe war sehr realitätsnah, denn ein großer Teil des Gebäudebestandes im Land stammt aus den 1950er Jahren“, heißt es beim Kultusministerium. „Viele Familien erben oder kaufen diese Häuser und bauen sie für ihre Bedürfnisse um.“ Zudem liege in der energetischen Sanierung dieser Häuser einer der größten Hebel zum Klimaschutz.

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