In ein Gewand aus Folk und Punk kleidete Frank Turner im LKA in Stuttgart seine Botschaft ans Publikum: Geht anständig miteinander um! Foto: Lichtgut / Ferdinando Iannone©

Bei seinem Konzert im LKA in Stuttgart brach Frank Turner mit einer Mischung aus Folk und Punk eine Lanze für ein respektvolles Miteinander.

Stuttgart - Frank Turner hat bei seinem Auftritt am Mittwoch im ausverkauften LKA in Stuttgart etwas zu sagen. Etwas über Politik, über den zunehmenden Nationalismus in großen Teilen Europas und über sein neues Album „Be more kind“, auf dem er unter anderem die derzeitige weltpolitische Lage mit der von 1933 vergleicht und sich kritisch mit Donald Trumps Präsidentschaft auseinandersetzt. Vor allem aber hat Turner etwas über Menschlichkeit und Liebe zu sagen. Am Anfang steht dabei aber zunächst die Diagnose, dass mit der Welt etwas nicht stimmt.

Turner kleidet seine politischen Überzeugungen in das für ihn typische musikalische Gewand: Punkig angehauchter Folkrock von der allerenglischsten Sorte. Auffällig aber ist, dass viele Songs im LKA verhältnismäßig sanft daherkommen. Ist Turner, der einst geschworen hatte, sich nicht hinzusetzen und den Mund zu halten und vor allem nie erwachsen werden zu wollen, nun doch zahm geworden? Mitnichten. Denn zum einen spielt er – begleitet von seiner vierköpfigen Band – neben den Songs vom neuen Album auch etliche ältere Lieder, bei denen ordentlich die Post abgeht, zum anderen gibt sich der Sänger auf der Bühne nicht nur nachdenklich, sondern auch trotzig und kämpferisch. Zwischen den Songs brüllt Turner dabei immer wieder sein Botschaften von Liebe und Menschlichkeit ins Mikro: Wir helfen einander, wir behandeln uns gegenseitig mit Respekt, und wir schenken unseren Mitmenschen ein Lächeln, wann immer es möglich ist.

Mit ihren einprägsamen Melodien unterstreicht die Musik die Aussagen in den Songs. Das ist nicht nur gute Folk-Tradition, sondern es macht Turners Auftritt auch umso eindringlicher und seine Haltung umso deutlicher. Denn der Musiker stellt klar, dass die Lösung für die zahlreichen Probleme, die er besingt, nicht darin bestehen kann, den Kopf in den Sand zu stecken. Stattdessen kann die Antwort nur lauten: Be more kind!

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