Mit viel Leidenschaft bei der Sache: Heidenheims Trainer Frank Schmidt. Foto: Baumann

Im Vorjahr hat der 1. FC Heidenheim erst am letzten Spieltag den Zweitliga-Klassenverbleib perfekt gemacht. Jetzt überwintert das Team von Frank Schmidt auf Platz sechs. Im Interview äußert sich der Trainer über die Lehren aus der vergangenen Saison, die Gründe für den Aufschwung und die Ziele.

Heidenheim - Die Ausgangsposition fürs neue Jahr könnte besser kaum sein: Alle vor dem 1. FC Heidenheim platzierten Teams müssen noch auf die Ostalb. Trainer Frank Schmidt freut sich auf diese Höhepunkte ganz besonders – genauso wie auf das DFB-Pokalspiel am 5. Februar gegen Bayer Leverkusen.

Herr Schmidt, wie sehr hat der Mannschaftsbus auf der Rückfahrt nach dem 2:1 bei Arminia Bielefeld gewackelt?

(lacht). Die Felgen waren noch drauf bei der Ankunft. Aber wir waren auf der Rückfahrt schon in Partylaune, die Getränke gingen auf mich. Und ich hatte ja auch noch eine Überraschung für die Mannschaft.

Welche?

Ich wollte vor dem Spiel nicht sagen, dass sie sich mit einem oder drei Punkten einen freien Tag mehr erspielen kann. Denn so etwas kann auch blockieren. Deshalb habe ich nur angekündigt, dass ich einen Umschlag dabei habe. Das schärft die Sinne. Und der Jubel war groß, als ich den Umschlag öffnete. Denn jetzt geht’s erst am 6. Januar mit dem Training los.

Im Vorjahr musste noch am letzten Spieltag um den Klassenverbleib gezittert werden. Warum läuft es diese Saison viel besser?

In der vergangenen Saison haben wir nach 23 Spieltagen gefühlt schon die Rettung gefeiert und uns dann zu sehr ausgeruht. Das passiert mir nie wieder. Auch ich habe mich reflektiert und hinterfragt. Wir haben neben dem Kader auch das Trainerteam verändert, Bernhard Raab und Dieter Jarosch kamen hinzu. Wir haben uns fußballerisch klar verbessert, schlagen nicht mehr so viele lange Bälle. Wir haben auch viel in den Teamspirit investiert. Wir sind wieder eine Einheit, die Mentalität ist wieder da. Unsere Kernkompetenzen Stabilität und Defensivverhalten stehen wieder im Vordergrund.

Und der „1. FC Schnatterer“ kann auch ohne seinen verletzten Kapitän gewinnen?

Wir haben zuletzt ohne Marc Schnatterer aus zwei Spielen vier Punkte geholt. Ich habe der Mannschaft gesagt, dass es ihre Aufgabe ist, ihren Kapitän zu ersetzen, der viele Jahre vorne wegmarschiert ist. Klar ist: Wir brauchen Marc im neuen Jahr wieder.

In das Sie mit 30 Punkten gehen, nach 18 Spieltagen die höchste Punktzahl seit es Zweitligafußball in Heidenheim gibt. Heißt das Ziel jetzt Aufstieg?

Nein. Ich halte nichts von höher, schneller, weiter. Ich schaue auch gar nicht auf die Tabelle. Für mich ist entscheidend, dass wir uns weiterentwickelt haben und wir schon 30 Punkte auf dem Konto haben. Ich freue mich auf die vielen Höhepunkte. Bayer Leverkusen kommt im DFB-Pokal. Außerdem empfangen wir in der Liga alle vor uns platzierten Teams in der Voith-Arena.

Bitte vollenden Sie den Satz: Wenn es am Ende der Saison zum Relegationsspiel 1. FC HeidenheimVfB Stuttgart kommt...

...auf so etwas Hypothetisches habe ich noch nie geantwortet. Ich wünsche mir fürs Neue Jahr, dass der VfB auf direktem Weg drin bleibt, und wir so weitermachen.

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