Frank Plasberg moderiert die Sendung „Hart aber fair“ Foto: dpa

Wie geht gute Kommunikation? Darüber redet Pfarrer Ralf Vogel in der „Nachtschicht“ mit seinem Gast Frank Plasberg. „Fragen ohne vorzuführen, nachhaken, ohne zu verletzen“, diese Kommunikationskultur hat der Moderator sich für seine Talkshow „Hart aber fair“ selbst auferlegt.

Stuttgart - Im Gespräch mit Pfarrer Ralf Vogel erzählt der Moderator Frank Plasberg in der „Nachtschicht“ von den Schwierigkeiten, einander wirklich zuzuhören und beschreibt, wie er mit anderen Meinungen umgeht.

Herr Plasberg, Sie sprechen am Freitag in der „Nachtschicht“ mit Pfarrer Ralf Vogel über das Thema Kommunikation. Warum ist es nötig, übers Reden zu reden?
Wir sind dabei, Kommunikation nur noch als Gespräch unter Gleichgesinnten zu begreifen. Wer aber nur auf Facebook oder in der WhatsApp-Gruppe nach Bestätigung sucht, statt nach Anregung, nach Irritation, der wird irgendwann ein Gefangener seiner eigenen Schubladen.
Das heißt also, dass unsere Gesellschaft daran leidet, dass verschiedene Milieus nicht mehr miteinander kommunizieren. Redete früher der Arzt mehr mit dem Metzger und der Schlosser mehr mit dem Ingenieur?
Mag sein, aber die Trennlinien verlaufen heute nicht so sehr zwischen Milieus oder Berufen, sondern eher zwischen Haltungen und Einstellungen. Es wird ja eher aus dem Graben heraus diskutiert als auf offener Bühne.
Was hat sich geändert?
Wir haben verlernt, Streit, politischen wie gesellschaftlichen, als Chance zu begreifen. Das überlassen wir lieber den Politikern, um sie dann auch noch zu beschimpfen, wenn sie leidenschaftlich um eine Sache ringen. Natürlich in der Diskussion, oder auch im Streit. Was denn sonst.
Der gesellschaftliche Dialog wird also immer schwieriger. Was machen Sie in Ihrer Sendung „Hart aber fair“, um dem entgegenzuwirken?
Wir versuchen, unserem Titel gerecht zu werden.
Und gelingt Ihnen das?
Das sollen die Zuschauer beurteilen. Ich freue mich jedenfalls immer, wenn ich aus einer Sendung herausgehe und feststellen muss, meine Haltung zum Thema, oder meine Meinung zu Personen, ist nicht mehr haltbar.
Was machen Sie anders als andere?
Keine Ahnung, Halt: da ist doch etwas: ich stehe.
Was ist das Wichtigste für eine gelungene Kommunikation – nicht nur im Fernsehen?
Den Rückkanal offen zu halten. Zuhören zu können. Und nicht nur zu senden.
Was war Ihr größter Fehler, was die Kommunikation angeht?
Der größte Fehler? Den mache ich immer dann, wenn ich versuche, eine Kommunikationsstrategie durchzuhalten. Dann wird es langweilig.
Pfarrer Ralf Vogels „Nachtschicht“ mit dem Titel „Hörst Du mir zu?“ mit Frank Plasberg findet am 10. November um 19.30 Uhr im Hospitalhof Stuttgart, Büchsenstraße 33, statt.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: