Silas Katomba Mvumpa, den alle Fans bisher nur als Silas Wamangituka kannten. Foto: Baumann

Der Deutsche Fußball Bund und die Stuttgarter Ausländerbehörde haben die Ermittlungen im Fall Silas aufgenommen. Folgen könnte dies in erster Linie für den Spieler haben.

Stuttgart - Der Fall des Silas Katompa Mvumpa, vormals Wamangituka, wirft viele Fragen auf – vor allem rechtliche. Wir beantworten die wichtigsten.

 

Welche Konsequenzen drohen dem VfB?

Wie es so ist in diesem emotionalen Geschäft, malten die Ersten schon den Teufel an die Wand. Muss der VfB Stuttgart nachträglich absteigen?, lautete einer der ersten Fragen, nachdem der Fall am Dienstag publik geworden war. Schließlich hatte der Angreifer mit seinen elf Treffern maßgeblichen Anteil an der gelungenen Saison des Aufsteigers. Die Antwort war schnell klar und kam von höchster Stelle. Hans E. Lorenz, Vorsitzender des Sportgerichts beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) erklärte: „Es liegt eine durch die DFL wirksam erteilte Spielerlaubnis vor. Davon abgesehen sind beim DFB-Sportgericht keine Einsprüche gegen Spielwertungen anhängig. Diese können wegen Fristablauf auch nicht mehr eingelegt werden.“ Im Klartext: An der Wertung der zurückliegenden Spielzeit wird nicht mehr gerüttelt.

Das sagen die Verantwortlichen des VfB

Drohen Strafen mit Blick auf die kommende Spielrunde?

Punktabzüge sind ein probates Strafmittel in der Sportgerichtsbarkeit. Sie finden meist nur dann Anwendung, wenn es darum geht, einen Verein zu sanktionieren, der wissentlich gegen die Spielordnung verstoßen hat. In aller Regel handelt es sich dabei um Lizenzverstöße. Das erste Statement des Vorsitzenden des DFB-Kontrollausschusses, Anton Nachreiner, liest sich auch nicht so, als ob der VfB noch etwas zu befürchten hätte. „Wir werden die Angelegenheit im Hinblick auf ein mögliches sportstrafrechtliches Fehlverhalten des Spielers überprüfen.“

Was hat Silas Katompa Mvumpa vom DFB zu befürchten?

Schwer vorherzusagen, da es sich um einen Präzedenzfall handelt. Von einer Sperre bis hin zum Freispruch oder der Einstellung der Ermittlungen ist alles möglich. Gemäß der Lizenzordnung der Deutschen Fußball Liga (DFL) kann die Spielerlaubnis bei Falschangaben entzogen werden. Was nicht ausschließt, dass der VfB-Profi unter den nun korrekten Daten für die kommende Spielzeit eine neue Erlaubnis erhält.

Lesen Sie hier: Unser Kommentar zum Fall Silas

Welche ausländerrechtlichen Konsequenzen könnten folgen?

Die Stadt Stuttgart, die in engem Austausch mit dem VfB steht, teilte auf Anfrage mit, den Sachverhalt prüfen zu wollen. „Erst einmal geht es um die Aufklärung und Feststellung der wahren Identität.“ Nach Einschätzung von VfB-Sportdirektor Sven Mislintat hat die Namensänderung von Wamangituka zu Katompa Mvumpa keine Relevanz für die Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland. Diese ist wiederum durch den gültigen Arbeitsvertrag mit dem VfB gedeckt.

Welche Parallelen gibt es zu Bakery Jatta?

Der Profi des Hamburger SV aus Gambia wird den Verdacht nicht los, eigentlich der drei Jahre ältere Bakary Daffeh zu sein. Biologische Gutachten haben diesen Schluss zuletzt nahegelegt. Möglicherweise hat sich Jatta jünger gemacht, um als minderjähriger Flüchtling bessere Chancen auf Duldung zu erlangen. Die Beweggründe im Fall Silas sind jedoch andere, weshalb VfB-Vorstandschef Thomas Hitzlsperger betonte: „Die beiden Fälle lassen sich nicht vergleichen.“

In unserer Galerie sehen Sie die besten Bilder von Silas im Trikot des VfB. Viel Spaß beim Durchklicken!