Das Siegerfoto zeigt den Erwin-Schoettle-Platz und die Matthäuskirche Foto:  

Mit seiner Aufnahme hat Michael Haußmann den Fotowettbewerb „Der Stuttgarter Süden von seiner schönsten Seite“ des Generationenhauses Heslach gewonnen. Das Siegerfoto ziert nun die Banderole einer Schokolade.

S-Süd - Er ist weder Südbürger noch Profifotograf, und doch hat er das schönste Bild vom Stadtbezirk geschossen. Michael Haußmann ist der Sieger des Fotowettbewerbs „Der Stuttgarter Süden von seiner schönsten Seite“.

„Heslach schläft“ ziert nun eine Schokolade

Seine Aufnahme mit dem Titel „Heslach schläft“ ziert ab sofort die Banderole einer fair gehandelten Schokolade, die im Stuttgarter Süden verkauft wird. Bis zum 31. Oktober hatten Profi- und Hobbyfotografen die Möglichkeit, ihre schönsten Fotos vom Stadtbezirk für den Wettbewerb einzureichen. Am vergangenen Freitag wurden im Café Nachbarschaft des Generationenhauses Heslach die Sieger bekannt gegeben. Zehn Fotos hat die Jury insgesamt prämiert.

Die Entscheidung sei ihnen nicht leicht gefallen, betonte Rupert Kellermann. Neben dem ehemaligen Bezirksvorsteher saßen noch vier weitere Südbürger in der Jury: Carola Haegele, die Leiterin des Generationenhauses Heslach, der Fotograf Mehmet Werner, Alexander Gunsilius und Bernd Lange vom Quartiersprojekt „Das Ganze im Viertel – Heslach im Blick“. Lange war auch der Initiator des Wettbewerbs. Er gab offen zu, dass er die Idee nicht neu erfunden, sondern in Degerloch entdeckt habe. Dort habe es vor einigen Jahren eine ganz ähnliche Aktion mit dem Titel „Degerlochs Schokoladenseiten“ gegeben.

Juroren von Vielfalt der Fotos aus dem Süden überrascht

Auch wenn sich die fünf Juroren bestens im Bezirk auskennen, „waren wir von der Vielfalt überrascht“, sagte Lange. Neben klassischen Motiven wie der Karlshöhe oder dem Heusteigviertel gibt es auch einige Aufnahmen, bei denen der Betrachter nicht so leicht erkennt, wo er sich befindet. So muss man schon sehr genau hinschauen, um zu erkennen, dass ein Bild, auf dem zwei Paar schlanke Frauenbeine mit hohen Pumps und kurzen Röcken zu sehen sind, am Marienplatz aufgenommen wurde. Ein kleines Detail im Hintergrund verrät den Ort: ein Trassenpfeiler der Zacke. Andere Bilder sind aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel oder zu einem besonderen Zeitpunkt entstanden. So zeigt ein Foto die sonnendurchflutete Seilbahnstraße. „Das ist ein ganz seltenes Bild“, sagte Kellermann. Bei der Seilbahnstraße handele es sich um ein schattiges Sträßchen, „da fällt so gut wie nie Sonne hinein“.

Das Sieger-Foto hat die Juroren unter anderem auch wegen seiner ungewöhnlichen Perspektive überzeugt, verriet Lange. Deshalb beschäftigte alle am Freitag eine Frage. Von wo aus wurde das Bild, das den Erwin-Schoettle-Platz und die Matthäuskirche aus diesem Blickwinkel zeigt, aufgenommen? Das Foto habe er gar nicht weit vom Generationenhaus Heslach entfernt gemacht, verriet Haußmann. Er habe auf dem Hof der Wilhelm-Hauff-Schule an der Hohentwielstraße gestanden. Haußmann schätzt, dass es im Frühjahr diesen Jahres gewesen sein muss, das genaue Datum weiß er nicht mehr. Er habe das Motiv bei einem seiner Abendrundgänge entdeckt. Als er im Internet von dem Wettbewerb erfuhr, gab es das Foto schon und der 42-Jährige entschied, sein Glück zu versuchen. Haußmann ist kein Profifotograf, er arbeitet für die Stadt Stuttgart und leitet dort den Bereich Bevölkerung und Wahlen beim Statistischen Amt. Er ist auch kein Südbürger, sondern wohnt im Westen. Seine Fototouren würden ihn aber immer wieder in den Süden führen, „weil es hier so toll ist“. Um ein persönliches Weihnachtsgeschenk für Familie und Freunde muss sich der 42-Jährige nun jedenfalls keine Gedanken mehr machen. Wer sonst kann schon eine Schokolade mit einem von ihm aufgenommenen Foto verschenken? Sicherheitshalber hat der Abteilungsleiter deshalb am Freitagabend auch gleich schon mal 50 Tafeln bestellt. Weihnachten kann also kommen.

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