Derzeit schlendern Apple-Mitarbeiter mit Hightech-Rucksäcken durch Stuttgart. Das Ziel: Die Rundumsicht der Karten-App soll schöner werden als bei Google Maps.
Mit modernen Rucksackkameras knipst ein Apple-Team derzeit die Straßenzüge von Stuttgart für die eigene Karten-App. In den vergangenen Tagen waren die Fotografen unter anderem am Berliner Platz rund um die Liederhalle und im Schlossgarten mit den weißen Plastikkanistern auf dem Rücken unterwegs.
Während dieser Spaziergänge knipsten mehrere Aufsteckkameras an den Rucksäcken die 360-Grad-Aufnahmen für die Funktion „Look Around“ bei Apple Maps. Mit der Rundumsicht können Nutzerinnen und Nutzer mit ihren iPhones, iPads und MacBooks neben der zweidimensionalen Kartenansicht auch einen 3D-Blick auf die Umgebung werfen.
Per Fingertipp auf das Fernglas-Symbol auf der 2D-Karte starten dann virtuelle Spaziergänge etwa über den Schlossplatz und durch die Weißenhofsiedlung. Die Funktion hilft beispielsweise dabei, vor einem Städtetrip schon einmal die Lage eines Hotels auszukundschaften.
Fußgängerzonen fehlen noch
Apple scannt mit Spezialfahrzeugen zwar schon seit 2019 die Straßen in Stuttgart für die „Umsehen“-Ansicht. Doch verkehrsberuhigte Gebiete wie die Königstraße, der Killesbergpark und der Kurpark in Bad-Cannstatt fehlen noch. Daher bessert der Konzern aus Cupertino nun nach. Bis August marschiert das Vermessungsteam durch die Stadtbezirke und macht Aufnahmen in den Fußgängerzonen.
Auch die Region rund um Stuttgart soll mit aktuellen Fotos aufgehübscht werden im Kartendienst. Von Juni an fahren die Apple-Autos auch durch den Rems-Murr-Kreis und durch Göppingen, im Juli folgen dann die restlichen Kreise wie Ludwigsburg, Böblingen und Esslingen. Dort sind allerdings nur Autos auf den Straßen unterwegs. Die Aufnahmen mit den Rucksack-Fotografen beschränken sich auf die Landeshauptstadt.
Apple punktet bei der Bildqualität
Während Google lange Zeit unangefochten an der Spitze der Kartendienste stand, holt Apple immer weiter auf. Bei der Qualität der Rundumsichtfotos ist Apple schon jetzt der klare Gewinner: Die Rundumsicht-Fotos beim Apple-Kartendienst sind größtenteils von 2021 und zeigen hochauflösende Bilder aus der Stadt in Zeiten der Coronapandemie. Google hingegen bebildert seine 3D-Ansicht bei Streetview noch mit verwaschenen Aufnahmen, die vor rund 15 Jahren geknipst worden sind.
Wer einem Apple-Rucksackträger in der Stadt begegnet, der hat gute Chancen, auf den „Look Around“-Aufnahmen verewigt zu werden. Gesichter und Nummernschilder werden allerdings automatisch erkannt und verpixelt. Häuserfassaden sind grundsätzlich sichtbar. Wer sein Haus nicht bei Apple Maps sehen möchte, der muss eine E-Mail mit der Bitte um Verpixelung an Apple schicken.