Einsatzkräfte und Fans freuen sich gemeinsam auf die Fußball-EM. Foto: Thomas Niedermüller/Stadt Stuttgart

Das Risiko der Gewalt spielt bei wichtigen Fußballspielen häufig mit. Zur EM wollen Einsatzkräfte und Fußballfans ein gemeinsames Zeichen für Respekt setzen. Dafür sind ganz besondere Fotos entstanden.

Es sind außergewöhnliche Bilder. Mitarbeiter der städtischen Abfallwirtschaft (AWS) spielen in voller Arbeitsmontur Fußball, einer der Männer hechtet als Torhüter nach dem Ball wie ein Profi. Auf einem anderen Foto kicken ein Polizist und ein Mitarbeiter des Rettungsdienstes. Und dann sind da noch Bilder, in dem Frauen und Männer in Uniformen sich mit Fußballfans der Nationen, die bei der Europameisterschaft in Stuttgart antreten, in den Armen liegen und gemeinsam jubeln. Eine Seltenheit bei einem Sport, in dem es oft genug auch um Konfrontation zwischen Teilen der Anhänger und der Ordnungsmacht geht.

Die Fotos werden in den nächsten Wochen im Rahmen einer Bildkampagne in der ganzen Stadt zu sehen sein. Mit dabei: neben normalen Fußballfans Mitarbeitende vom Deutschen Roten Kreuz, der Branddirektion Stuttgart, des Städtischen Vollzugsdiensts, der Bundespolizeidirektion Stuttgart, des Polizeipräsidiums Stuttgart und der AWS. Also all diejenigen, die bei der EM zwangsläufig aufeinandertreffen werden. Sie wollen für Toleranz und einen respektvollen Umgang miteinander werben.

Ideengeber für die Kampagne ist die „Initiative für Respekt und Toleranz“ aus Münster in Nordrhein-Westfalen. Sie hat sich im Sommer 2020 als Reaktion auf die Stuttgarter Krawallnacht mit Übergriffen gegenüber zahlreichen Einsatzkräften gegründet. Seither trommelt sie bundesweit dafür, nicht nur die Uniformen zu sehen, sondern auch die Menschen, die darin stecken. Vor einem Jahr hat es auch im Stuttgarter Rathaus eine eindrucksvolle Ausstellung gegeben mit Portraits von Einsatzkräften, die sich für andere engagieren.

Zur EM hat die Initiative gemeinsam mit mehreren Ausrichterstädten und der jeweiligen Polizei unter dem Motto „Fairplay + Respect“ die aktuelle Kampagne auf die Beine gestellt. Fotoshootings dazu gab es in Dortmund und Stuttgart. „Das ist eine tolle Geschichte geworden, die sehr von den besonderen Bildern lebt“, sagt Andrea Wommelsdorf von der Initiative. In Stuttgart seien Polizei und Stadt sofort mit an Bord gewesen und hätten auch die Kosten übernommen. „Wir wollen damit ein großes Zeichen setzen für Menschen, die für andere ihren Kopf hinhalten“, so Wommelsdorf. Sie verdienten Respekt und Anerkennung.

Plakate, Infoscreens und Ausstellung

Die Bilder werden an zentralen Punkten der Innenstadt, an allen Gleisen des Hauptbahnhofs und am Flughafen zu sehen sein, zum Teil als großflächige Plakate. Außerdem werden rund 50 Infoscreens damit bestückt. Am Flughafen gibt es zudem einen kurzen Videoclip auf den dortigen Infoscreens zu sehen. Vor den jeweiligen EM-Spielen wird die Kampagne auf vielen Kanälen der sozialen Medien ausgespielt. Außerdem sind ausgewählte Motive während der Europameisterschaft in einer Ausstellung im frei zugänglichen Eingangsbereich des Innenministeriums zu sehen. Geöffnet ist sie bis zum 19. Juli während der Öffnungszeiten des Ministeriums.