Fotoaktion vor dem Klinikum Stuttgart. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Vor dem Klinikum Stuttgart haben Pflegekräfte am Montag mit einer Fotoaktion eine bedarfsorientierte Personalbemessung gefordert.

Stuttgart - Nirgendwo in Europa müssen sich Pflegekräfte in ihrer Schicht um mehr Patienten kümmern als in Deutschland, nämlich durchschnittlich um 13 Patienten. Zum Vergleich: In Norwegen kommen auf eine Pflegerin lediglich vier Patienten. Eine kurze Kundgebung vor dem Olgahospital hat am Montag auf die Dramatik der Situation in der Pflege in Deutschland aufmerksam gemacht. Sie fand im Rahmen des bundesweiten Aktionstags „Letzte Chance, Herr Spahn!“ statt.

Bedarfsorientierte Personalbemessung

Konkret fordern die Pflegerinnen und Pfleger von Bundesgesundheitsminister Spahn die Einführung eines Instruments der bedarfsorientierten Personalbemessung in der Krankenhauspflege noch vor der Bundestagswahl im Herbst. Das Instrument namens PPR 2.0 haben die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der Deutsche Pflegerat (DPR) und Verdi bereits vor einem Jahr entwickelt, doch bislang kommt es nicht zur Anwendung.

Stattdessen pocht Spahn auf die Entwicklung eines wissenschaftlich fundierteren Instruments bis zum Jahr 2025. So lange wollen die Pflegerinnen und Pfleger allerdings nicht warten. „Durch die Einführung von PPR 2.0 hätten wir eine angemessene Besetzung was die Anzahl der Patienten und die Schwere ihrer Krankheiten angeht“, sagte eine im Olgahospital tätige Pflegerin.

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