Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Monaten ist ein Wolf im Kreis Esslingen gesichtet worden. Am 12. August ist in Dettingen unter Teck ein Exemplar von einer Fotofalle aufgenommen worden. Ob es das selbe Tier ist, ist unklar. Ein Zusammenhang mit weiteren Sichtungen in der Region aber wahrscheinlich, laut einem Experten.
Ist er es? Oder ein anderer? Zum zweiten Mal in nur wenigen Wochen ist ein Nachweis für einen Wolf im Kreis Esslingen erbracht. Wie das Umweltministerium am Montag bekannt gab, ist am 12. August ein Exemplar auf Gemarkung Dettingen unter Teck fotografiert worden. Den Angaben zufolge ist klar, dass es sich um einen Wolf handelt – allerdings sei keine Individualisierung möglich. Ob sich das Tier nach wie vor in der Gegend aufhalte oder ob es weitergewandert ist, sei nicht bekannt. Wölfe legten bis zu 70 Kilometer in einer Nacht zurück. Allerdings, räumt ein Experte von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) ein, ist ein Zusammenhang durchaus wahrscheinlich.
Experte: eher nur ein Tier
Allein von den Fotos ist jedoch nicht ableitbar, ob es sich um dasselbe Tier handelt, wie bei zwei vorangegangenen Wolfssichtungen in der Region. Am 11. Juni war der erste Nachweis im Kreis Esslingen seit vielen Jahren erbracht worden. Bei Esslingen war ein Tier von einer Wildkamera aufgenommen worden. Am 4. August dokumentierte in Wiesensteig (Kreis Göppingen) eine Fotofalle einen Wolf. „Das könnte derselbe Wolf sein, der in Esslingen gesichtet wurde und in der vergangenen Woche in Wiesensteig aufgefallen ist“, sagt Felix Böcker, bei der FVA fürs Wolfsmonitoring zuständig. Es könne ebenso ein Zweittier oder ein drittes sein. „Wahrscheinlicher ist aber schon, dass es zusammenhängt, dass es sich um nur ein Tier oder maximal zwei handelt.“
Zieht der Wolf weiter oder bleibt er?
Nur weitere Nachweise könnten Aufschluss geben – beispielsweise Kot oder Tierrisse, die eine genetische Identifizierung möglich machen. Die FVA ruft auf, entsprechende Hinweise weiterzugeben, insbesondere Förster, Jagdpächter, Landwirte oder andere Experten. Sollten sich die Hinweise in der Region verdichten, werden die Experten von der FVA zur Feldarbeit vor Ort kommen. Dazu sei es aber noch zu früh, sagt Wildbiologe Böcker. Davon, dass sich ein Tier in einem Territorium niederlasse, spreche man erst nach etwa sechs Monaten. „Ein paar Wochen Aufenthalt in einer Region können ein Zeichen sein, es kann aber auch eine Phase sein, nach der der Wolf weiterzieht.“