Julianna Herzberg (links) spielt im Stück „Triumph der Liebe“ die Corine, Schirin Brendel die Leonida. Am 15. Oktober ist Premiere im Forum Theater. Foto: Sabine Haymann

Eine als Mann verkleidete Prinzessin: Das gibt es im Stück „Triumph der Liebe“ im Forum Theater zu sehen. Dabei erfährt das Publikum, wie sich ein Ziel über klug gewählte Umwege sicher erreichen lässt.

„Sie ist die Beziehungsmeisterin“, sagt Regisseur Dieter Nelle. Er meint Leonida, die als Mann verkleidete Prinzessin und Protagonistin im Stück „Triumph der Liebe“ von Pierre Carlet de Marivaux. Am 15. Oktober ist im Forum Theater Premiere.

Was in Nelles Zusammenfassung etwas kühl und analytisch klingt, beschert dem Publikum indes überaus vergnügliche Stunden. Und wer dabei noch etwas darüber lernen will, wie sich ein Ziel über klug gewählte Umwege sicher erreichen lässt, der kann aus dieser Vorstellung einiges für sich mitnehmen.

Wie schon gesagt: Beziehung lautet das Zauberwort. Also das emotionale Schaffen eines gemeinsamen Raumes, in dem sich dann zwischen den beteiligten Personen so allerhand entwickeln kann. Und diese Entwicklung lässt sich steuern – am besten indirekt, über Bande gespielt sozusagen. Das beherrscht Leonida (Schirin Brendel) in Perfektion. Sie möchte Agis (Michael Ransburg) für sich gewinnen, dessen Thron sie unrechtmäßig geerbt hat und den sie ihm wieder zurück­geben möchte. Allerdings kann sie ihn natürlich nicht frontal auf die Sache ansprechen. Zum einen würde er sie vor lauter Zorn womöglich gar nicht zu Wort kommen lassen, wenn er wüsste, wer sie ist.

„Triumph der Liebe“: Wer liebt am Ende wen?

Und dann sind da noch der lebensfremde, entrückte Philosoph Hermokrat (Udo Rau) und seine etwas altjüngferliche Schwester Leontine (Martina Guse), die fernab sinnlicher Freuden ihr menschenscheues, abgeschiedenes Leben der Wissenschaft verschrieben und Agis bei sich aufgenommen haben. Wie also an ihn herankommen? Leonida weiß, wie man sie alle mit viel Liebenswürdigkeit und mit der gebotenen Höflichkeit knackt. Da macht der Figur des galanten französischen Autors, der seine Komödie Anfang des 18. Jahrhunderts geschrieben hat, so schnell keiner etwas vor. Den Wächter Harlequin (Stefan Müller-Doriat) überzeugt Leonida schlicht mit Geld, Hermokrat gewinnt sie durch wissbegierige Bescheidenheit, die Schwester durch behutsam dosierte Komplimente – und bei Agis verschießt Amor ohne großes Zutun seinen Pfeil. Nur der Gärtner Dimas (Jens Woggon) scheint zunächst gegen alle Kunstfertigkeit resistent.

Pikant ist, dass die echten und vorgetäuschten Geschlechter aufs Abenteuerlichste miteinander in Beziehung treten. Denn zunächst denken zumindest Agis und Leontine, dass Leonida eigentlich ein Mann ist. Auch ihre Begleiterin Corine (Julianna Herzberg) gibt sich maskulin. Wer liebt am Ende also wen? Und unter welchen Voraussetzungen? Was hat das zur Folge? Und wie geht das alles am Ende aus? Das sei natürlich noch nicht verraten.

Info: „Triumph der Liebe“: Premiere 15. Oktober, 19.30 Uhr, Forum Theater, Tickets unter 07 11 / 44 00 74 999 sowie über die Homepage.

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