Forum K auf Killesberg Kunstakademie zurückgepfiffen

Von Josef Schunder  

so soll das Stadtteilzentrum Forum K auf dem Killesberg aussehen, wenn es fertig ist Foto: Fürst Developments
so soll das Stadtteilzentrum Forum K auf dem Killesberg aussehen, wenn es fertig ist Foto: Fürst Developments

Eigentlich wollte die Kunstakademie Neubauten des Forum K beziehen. Daraus wird wohl nichts.

Stuttgart - Im Februar möchte der Investor Franz Fürst auf dem Killesberg die Bagger anrollen und den Bau des Stadtteilzentrums Forum K beginnen lassen. In den Neubauten wollte die Kunstakademie ihre Restauratoren ansiedeln. Doch das Finanzministerium des Landes hat die Akademie jetzt zurückgepfiffen. Für Franz Fürst kam die Nachricht fast wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Der Mietvertrag zwischen dem österreichischen Projektentwickler und der Landesregierung für 2700 Quadratmeter Fläche im Forum K war schon ausverhandelt, die Mietpreise waren eingesetzt, sagt Fürst. Nur die Unterschriften fehlten. Sie sollten am 29. Dezember geleistet werden. Doch das Finanzministerium machte Fürst und der Kunstakademie Stuttgart einen Strich durch die Rechnung. Am 30. Dezember ließ es das Projekt einstellen. Die Pressestelle des Ministeriums formuliert das lieber etwas anders. "Die Einigung kam nicht zustande. Die wirtschaftliche Unterbringung von Teilen der Kunstakademie ist dort nicht möglich", erklärte sie auf Anfrage.

Eine Alternative kenne man nicht. Es gebe allerdings auch kein Problem. Die Akademie nutze eben weiterhin ihre Außenstellen in Fellbach, Esslingen und im Stuttgarter Talkessel, anstatt die Restauratoren auf dem Killesberg zusammenzuführen.

Die Parteien widersprechen sich. In der Landesverwaltung heißt es, Fürsts Angebot sei deutlich zu teuer gewesen. Nach Fürsts Überzeugung kann es an überhöhten Mietpreisen aber nicht gelegen haben.

Fürst: "70 Prozent sind vermietet"

Die Stadt Stuttgart hatte sich auch um moderatere Mietpreise bemüht und Fürst nach Informationen unserer Zeitung eine Grundstückssubvention in Höhe von 1,06 Millionen Euro zuteil werden lassen, damit der Einzug der Akademie überhaupt infrage kam. Der damalige Rektor Ludger Hünnekens hatte dies sozusagen als Geschenk der Stadt zum 250-Jahr-Jubiläum der Akademie betrachtet. Er wolle diese Chance nutzen, um nicht einmal einen Steinwurf weit vom Sitz der Kunstakademie entfernt das neue Institut für Kunsttechnologie unterzubringen, was nichts anderes ist als ein Institut für moderne Kunstrestaurierung. Bisher sind die Restauratoren nicht am Campus auf dem Weißenhof, sondern verstreut untergebracht.

Sowohl der Hochschulrat wie auch der Senat der Akademie hatten einstimmig beschlossen, die Idee eines neuen Domizils im Forum K weiterzuentwickeln, wenn die Konditionen und die Arbeitsbedingungen stimmen. Die Restauratoren arbeiten auch an Steinen, letztlich geht es um Chemielabors und Werkstätten, von denen auch Lärm ausgehen kann. Die Nachbarschaft zu den anderen Nutzern im Forum K sei also nicht ganz ohne, sagt die amtierende Rektorin Petra von Olschowski. Fürst habe jedoch immer versichert, es gebe da kein Problem. Zu den Gründen, warum das Finanzministerium das Vorhaben beendet hat, könne sie nichts Genaues sagen, da in der letzten Phase "niemand von uns hier beteiligt war". Nun müsse man schnell eine Alternative auftun. "Insofern ist die entstandene Situation zu bedauern", sagt Olschowski. Ideal fände sie einen Neubau direkt auf dem Campus.

Der Investor bedauert die neue Lage noch mehr. "Zwei Jahre haben wir versucht, das hinzubekommen, und haben auch das Planungsrisiko übernommen", sagt Fürst. Die Neuerung hätte die Akademie bereichern und im Wettbewerb um Studenten stärken können. Die Ursache für das Scheitern sei allein beim Land zu suchen.

Nun könne man nicht länger auf das Land setzen und warten, weil die Bauarbeiten im Februar beginnen sollen. Seine Firma nehme jetzt wieder Kontakt zu früheren Interessenten auf, denen man abgesagt hatte. Hier handle es sich um Freiberufler mit Kanzleien oder Arztpraxen. Man rede von 30 Prozent der geplanten gewerblichen Flächen. "70 Prozent sind vermietet", sagt Fürst, "die wirtschaftlichen Voraussetzungen bei diesem Projekt sind nach wie vor gut", beteuert er.

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