Höhepunkt 2015: Die Gruppe Kandara Diebate an Nomad beim Festival der Kulturen Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Das Forum der Kulturen blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2015 mit einem sehr beliebten Sommerfestival der Kulturen zurück. Allerdings gibt es auch Sorgen. „Wir stehen finanziell auf dünnen Beinen“, sagt Geschäftsführer Rolf Graser.

Stuttgart - Die Flüchtlingskrise hat auch in der Arbeit des Forums der Kulturen ihre Spuren hinterlassen. Der Verein sieht sich als Dachverband der über 300 Migrantenvereine Stuttgarts in einer besonderen Rolle. „Die Entwicklung hat auch unsere Situation stark verändert“, sagte Sami Aras, erster Vorsitzender des Forums, am Donnerstag bei einem Pressegespräch.

Zwar sei das Forum nicht direkt in der Flüchtlingsarbeit aktiv. Doch sei seine Mittlerfunktion an der Schnittstelle von Migrantenvereinen, Stadt und Öffentlichkeit von großer Bedeutung, sagte Geschäftsführer Rolf Graser. Eine funktionierende Gemeinschaft mit den Geflüchteten könne nur gelingen, wenn bestimmte Grundbedingungen erfüllt seien, darunter Chancengleichheit und Teilhabe, Solidarität und Gewaltfreiheit. „Es geht in erster Linie um ein friedliches Miteinander“, sagte Graser.

Sommerfestival vom 12. bis 17. Juli

Im Rückblick auf 2015 sticht vor allem das Sommerfestival der Kulturen heraus, das immer beliebter werde, so Graser. In diesem Jahr findet es vom 12. bis 17. Juli auf dem Marktplatz statt. Musiker aus dem Bereich globaler Musikkultur will das Forum der Kulturen künftig fördern und weiterbilden. „Masterclass und Open World Stage“ heißt das neue Format, bei dem alte Meister der Weltmusik in Workshops und Konzerten auf junge Musiktalente aus Stuttgart treffen. Mit dem ebenfalls neuen Konzept „House of Resources“ will das Forum bürgerschaftliches Engagement stärken.

Während bislang Fördergelder pauschal an Vereine ausbezahlt wurden, soll von nun an bedarfsgerecht entschieden werden, wer welche Mittel erhält. Ziel sei es, knappe Ressourcen wie Räume und Geräte, aber auch Personal oder juristische Beratung durch Kooperation flexibel zur Verfügung zu stellen. Dabei greift das Forum auf sein Netzwerk zurück, das neben den Vereinen auch Anwaltskanzleien und den Stadtjugendring umfasst. Sorgen macht sich Rolf Graser um die prekäre wirtschaftliche Situation des Vereins, der sich zu 75 Prozent aus Spenden finanziert. „Wir stehen finanziell auf dünnen Beinen“, so Graser.

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