Für das neue Modul am Terminal wurde der erste Portalkran angeliefert und montiert. Foto: DB AG/Tilman Baur

Beim umstrittenen Ausbau des Containerumschlagbahnhofs in Kornwestheim (Kreis Ludwigsburg) kommt es zu einer Verzögerung. Der erste Kran wurde nun jedoch angeliefert.

Es ist ein 53 Millionen Euro teures Großprojekt, das weit über die Stadtgrenzen hinaus Bedeutung hat: Das Umschlagterminal in Kornwestheim wird derzeit ausgebaut – zum größten Containerumschlagbahnhof in Baden-Württemberg. Mit der Montage des ersten Portalkrans biegen die Arbeiten für das neue, dritte Modul nun auf die Zielgerade ein. Aber es läuft nicht alles glatt.

 

Am südwestlichen Stadtrand, nahe der Westrandstraße, sollen es künftig vier neue Umschlaggleise und zwei zusätzliche Containerkrane möglich machen, noch mehr Container als bisher von der Schiene auf die Straße und umgekehrt zu verladen. Die gemeinsame Großbaustelle von Bund und Deutscher Bahn (DB) in Kornwestheim besteht seit dem Frühjahr 2024.

Betrieb auf kommendes Frühjahr verschoben

Der jetzt angelieferte Kran ist rund 27 Meter hoch, 43 Meter breit und wiegt rund 350 Tonnen, schreibt die Deutsche Bahn in einer Pressemitteilung. Er überspannt künftig die vier Umschlaggleise mit je 600 Metern Nutzlänge. Der Kran kann bis zu 41 Tonnen Gewicht beim Verladen von Containern und Wechselbehältern heben. Die beiden Brückenträger, jeweils knapp 43 Meter lang, wurden nach Angaben der Bahn per Wasserweg aus der Türkei über Rotterdam bis zum Hafen Heilbronn und anschließend als Schwertransport auf der Straße nach Kornwestheim transportiert.

Nach dem Jahreswechsel soll auch der zweite Kran angeliefert und montiert werden. Das ist später als ursprünglich geplant, bestätigt eine Sprecherin der Bahn. Der Kran könne allerdings nicht früher geliefert werden. Vorgesehen war es, dass das neue Modul des Terminals bereits Ende diesen Monats den Betrieb aufnimmt. Wegen der Lieferschwierigkeiten verschiebt sich die Inbetriebnahme auf das Frühjahr 2026, sagt die Bahnsprecherin. Bis auf die Montage des zweiten Krans seien bis Jahresende alle Bauarbeiten für das dritte Modul abgeschlossen.

Proteste aus der Nachbarschaft

Die beiden neuen Containerkrane werden die Umschlagkapazität des Terminals erheblich steigern. Zukünftig können in Kornwestheim bis zu 1000 Ladeeinheiten täglich und jährlich insgesamt rund 250.000 Einheiten umgeschlagen werden. Der Ausbau ist nach Auskunft der Bahn nötig, um dem vorausgesagten Nachfragewachstum im Güterverkehr Rechnung zu tragen.

Schon jetzt werden in Kornwestheim riesige Mengen an Containern umgeschlagen. Foto: Simon Granville

In der Vergangenheit hatte es Beschwerden aus der Nachbarschaft wegen des Lärms gegeben, vor allem aus dem nahegelegenen Stuttgart-Stammheim. Zum Baustart hatte der Bürgerverein Stammheim erneut Lärmschutzmaßnahmen gefordert. „Ein neues Assistenzsystem sorgt dafür, dass die Ladeeinheiten wesentlich leiser und sicherer auf Zügen und Lastwagen abgesetzt werden“, teilt die Bahn jetzt dazu mit.

Auch die steigende Verkehrsbelastung war zuletzt ein Thema, denn mit dem Ausbau gewinnt der Umschlagbahnhof an Bedeutung als verkehrlicher Knotenpunkt für die Wirtschaft im Großraum Stuttgart und darüber hinaus. Die Deutsche Bahn betont jedoch, dass die Erweiterung entscheidend dazu beitrage, „Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern und die Region klimafreundlich und effizient zu versorgen“.