Die Startbedingungen für den Wald sind in diesem Jahr gut. Auf welches Wetter Förster Achim Klausner in den nächsten Wochen hofft.
Wenn der Förster Achim Klausner Kontrolle über das Wetter hätte, dann würde der April folgendermaßen aussehen: Ein paar schöne, sonnige Tage, die immer wieder durchsetzt werden von Regen. Und vor allem: Kein Spätfrost.
Ob das so kommt, werden die nächsten Wochen zeigen. „Wir starten gut“, erklärt Förster Klausner, der im Landkreis Böblingen zuständig ist für das Gebiet Schönbuchlichtung-Nord, darunter Schönaich und Holzgerlingen. Der Waldboden sei durch den Winter feucht und gebe den Bäumen eine gute Grundlage, um Blätter auszutreiben. Denn: „Ohne Wasser kein Laub“, sagt er.
Klimaextreme, Klimaveränderung, Globalisierung
Mit Ungewissheit umzugehen, ist Teil von Achim Klausners Arbeitsalltag: Klimaextreme, Klimaveränderungen und die Auswirkungen der Globalisierung konfrontieren die Forstleute mit immer neuen Herausforderungen. „Sicherheit gibt es nicht mehr“, sagt Klausner. Ist der eine Schädling unter Kontrolle, macht bereits der nächste Probleme. So befällt der allseits bekannte Borkenkäfer die Fichten hierzulande. „Der Borkenkäfer ist immer noch der Schädling Nummer eins“, erklärt Klausner. Vor allem von Trockenheit geschwächte Bäume befallen die Borkenkäfer zuhauf. Auf Platz zwei der Schädlinge folgt ein Pilz mit ganz besonderem Namen: Das falsche, weiße Stängelbecherchen. Ein aus Asien eingeschleppter Pilz, der für das Eschentriebsterben verantwortlich ist. „Dieser Pilz rafft uns die Eschen dahin“, sagt Klausner. Ausgerechnet die Baumart, die höhere Temperaturen vertragen könnte.
Aber auch etwas unbekanntere Schädlinge wie der Eichenprachtkäfer sind auf dem Radar der Forstleute. Vor allem in Mitteldeutschland sei dieser Schädling ein großes Problem, erklärt Klausner. Mittlerweile habe der Käfer auch seinen Weg nach Süddeutschland gefunden – wenn auch lange nicht im gleichen Ausmaß. Vor allem durch die Trockenjahre 2018/19 habe sich der Eichenprachtkäfer stark vermehren können. „Er geht aber in der Regel nicht an kerngesunde Eichen“, erklärt der Förster. In seinem Revier habe es nur einen Grenzfall gegeben, in anderen Revieren im Kreis Böblingen sei jedoch an einigen Bäumen ein Befall festgestellt worden.
Um die Ausbreitung einzudämmen, würden befallene Stämme separat gelagert, sagt Klausner. Ein wichtiger Schritt: Denn ein Schädlingsbefall hat nicht nur ökologische Nachteile, sondern bedeutet auch einen massiven Werteverlust für das geschlagene Holz. Eins ist sicher: Um einen Mangel an Herausforderungen müssen sich die Forstleute keine Sorgen machen.
Für die nächsten Monate wünscht sich Achim Klausner, dass es nicht allzu trocken wird. Sonst sei der positive Effekt des Winters wieder weg, so der Förster. In den Tagen um Ostern könnten bereits die ersten grünen Blätter austreiben: „In den nächsten zehn Tagen wird der Wald dann schon nicht mehr ganz so braun aussehen“, sagt der Förster.