Vettels Pannen-Statistik im Überblick. Klicken Sie weiter. Foto: dpa

Vom Wunderkind zum Fehlerteufel: Die Pleiten-Pech-und-Pannen-Serie von Vettel in der Formel 1.

Stuttgart - Vom Wunderkind zum Fehlerteufel: Nach der Fortsetzung seiner Pleiten-Pech-und-Pannen-Serie droht Sebastian Vettel das vorzeitige Aus im WM-Rennen. "Die Unerfahrenheit im Umgang mit Drucksituationen ist sein Kernproblem", ist sich der ehemalige Formel-1-Pilot Christian Danner sicher.

Wenn ein Angestellter seine Chancen immer wieder selbst zerstört, muss sich ein Arbeitgeber umorientieren. Genau das könnte demnächst bei Red Bull passieren. Nach seinen Frustwochen droht Vettel zum Wasserträger degradiert zu werden. Teamkollege Mark Webber fordert jedenfalls schon die Helferdienste des Heppenheimers ein: "Es ist noch nicht ganz so weit, aber lange sollten wir es nicht hinauszögern", hält der aktuelle Gesamtzweite hinter Lewis Hamilton eine schnelle Entscheidung über den Nummer-eins-Status für sinnvoll. Red-Bull-Teamchef Christian Horner erteilt solchen Wünschen aber vorerst noch eine Absage. "Die Abstände sind bei diesem Punktesystem irreführend, denn man kann dramatisch schnell aufholen. Bei 150 Punkten, die noch verfügbar sind, ist es zu früh für solche Diskussionen", sagte Horner. Für ihn ist die WM immer noch ein Fünfkampf zwischen Hamilton (182 Punkte/McLaren), Webber (179), Vettel (151), Button (147/McLaren) und Ferrari-Pilot Fernando Alonso (141).

Dennoch passt Webbers forsche Ansage ins Bild. Denn Kenner der Szene halten den Feind im eigenen Stall für eines von Vettels Hauptproblemen. "Sebastian hat seinen Teamrivalen total unterschätzt. Er dachte, er hätte Webber im Griff und sei ohnehin die Nummer eins", vermutet Experte Danner. Doch der erfahrene Australier ist eine harte Nuss, die es zu knacken gilt. Webber ist heiß und will mit 34 Jahren seine letzte Chance auf seinen ersten WM-Titel nutzen.

Der Druck auf Vettel steigt von Rennen zu Rennen. "Sebastian geht nicht unbefangen in die Rennen", weiß Danner, "er ist auf der Strecke ungeduldig, und Ungeduld entsteht, wenn man nicht abgebrüht ist." Ob der 23-Jährige ein mentales Problem hat und möglicherweise sogar einen Psychologen braucht? "Schmarrn", brummt Danner und hält zum jungen Deutschen, "alles, was ein Rennfahrer braucht, ist gesunder Menschenverstand. Den hat Sebastian, und deshalb schreibe ich ihn auch noch lange nicht ab.

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