Michael Schumacher vor seinem damaligen Dauerrivalen Damon Hill beim Rennen 1994. Foto: dpa

Die WM-Duelle liefern in der Formel 1 vor allem im Saisonfinale häufig filmreifen Stoff. Hier finden Sie eine Auswahl der knappsten Duelle im Rückblick.

Stuttgart - Lewis Hamilton oder Nico Rosberg? Erst nach dem Rennen an diesem Sonntag (14 Uhr/RTL) in Abu Dhabi steht fest, welcher der beiden Formel-1-Piloten als Weltmeister aus seinem Silberpfeil steigt. Der Deutsche hat durchaus noch Chancen auf den Sieg, obwohl er 17 Punkte hinter seinem Stallrivalen Hamilton liegt. In vielen Saisonfinals waren die ­Duelle aber noch um einiges knapper. Eine Auswahl:

1976 – Lauda gegen Hunt: Der Kampf des Perfektionisten aus Österreich gegen den englischen Playboy ist so etwas wie die Mutter der WM-Duelle, und der Spannungsbogen der Saison 1976 bot sogar Material für die große Leinwand: Im vergangenen Jahr erzählte der Kinofilm „Rush“ von dem legendären Titelkampf. Lauda dominierte damals die erste Saisonhälfte und führte das Klassement mit großem Vorsprung an, als ihn sein Feuerunfall auf dem Nürburgring fast das Leben kostete. Nur 42 Tage später saß Lauda schon wieder in seinem Ferrari, zum Saisonfinale reiste er mit nur drei Punkten Vorsprung auf Hunt ins japanische Fuji. Bei strömendem Regen und schlechter Sicht stellte Lauda seinen Wagen jedoch kurz nach dem Start ab. „Das Leben ist mir wichtiger“, sagte er – Hunt holte den nötigen dritten Platz und wurde mit einem Punkt Vorsprung Weltmeister.

1989 – Senna gegen Prost: Vor 25 Jahren fiel die Titel-Entscheidung schon im vorletzten Rennen. Das McLaren-Duell zwischen Alain Prost und Ayrton Senna stand quasi Pate für den jetzigen Titelkampf: McLaren dominierte die Formel 1 nach Belieben, und im Laufe der Saison entwickelten sich Spannungen zwischen den beiden Fahrern – wie heute bei Mercedes. Beim Großen Preis in Suzuka eskalierte der Streit: Senna musste gewinnen, um seine Chancen zu wahren, und attackierte den in Führung ­liegenden Prost. Doch der machte die Lücke zu, es kam zur Kollision. Prost stieg aus, Senna fuhr weiter, gewann und wurde ­disqualifiziert. Prost sicherte sich seinen dritten Weltmeistertitel.

1994 – Schumacher gegen Hill: Das Duell zwischen Michael Schumacher und Damon Hill spitzte sich gegen Ende der Saison 1994 dramatisch zu. Hill rangierte nur einen Punkt hinter dem Deutschen vor dem Saisonfinale im australischen Adelaide. In Führung liegend unterlief Schumacher in Runde 36 ein verhängnisvoller Fehler: Er kam kurz von der Strecke ab, und Hill konnte fast vorbeiziehen. Doch Schumacher lenkte seinen Benetton-Ford zurück auf den Asphalt und machte die Lücke dicht. Die beiden kollidierten: Schumacher landete im Reifenstapel, Hill musste seinen Williams kurz darauf ­wegen einer kaputten Lenkung abstellen. Die Folge: Schumacher wurde mit einem Punkt Vorsprung als erster Deutscher Formel-1-Weltmeister.

2010 – Vettel gegen Alonso: Beim Kampf um seinen ersten WM-Titel war vor dem letzten Rennen für Sebastian Vettel noch nichts in trockenen Tüchern. Im WM-Klassement trennten ihn 15 Punkte vom führenden Fernando Alonso im Ferrari. Auch Vettels Teamkollege Mark Webber stand sieben Punkte vor ihm auf Platz zwei. Zwar führte Vettel beim Rennen in Abu Dhabi vom Start weg, doch Alonso hätte als Vierter den Titel ins Ziel fahren können. Allerdings steckten Alonso und Webber bis zum Ende im Verkehr fest – Vettel holte sich seinen ­ersten WM-Titel. Und schluchzte im Boxenfunk: „I love you, guys! Thank you!“ – „Ich liebe euch, Jungs! Danke!“