Lewis Hamilton hofft auf einen erneuten Sieg in Sotschi. Foto: Sergei Grits/AP/dpa Foto: dpa

Die Mercedes-Dominanz in Sotschi könnte enden. Bislang gingen die Siege bei allen sieben Formel-1-Rennen seit 2014 an die Silberpfeile. Nun stehen andere Fahrer ganz vorne.

Sotschi - Nach einer verrückten Qualifikation steht beim Großen Preis von Russland in Sotschi überraschend kein Mercedes in der ersten Startreihe.

Stattdessen hat McLaren-Fahrer Lando Norris sich die beste Ausgangsposition für das heutige Formel-1-Rennen (14.00 Uhr/Sky) erkämpft. Erstmals in seiner Karriere. WM-Spitzenreiter Max Verstappen steht hingegen vor einer besonders schwierigen Aufgabe.

Verstappens Aufholjagd: Als Letzter geht der Red-Bull-Pilot in den 15. Saisonlauf und wird es schwer haben, seine knappe WM-Führung zu verteidigen. Gerade einmal fünf Punkte beträgt das Polster auf den britischen Titelverteidiger Lewis Hamilton. "Es wird wichtig, so viele Punkte wie möglich zu holen. Wir werden unser bestes geben", sagte Verstappen, der für einen Motorenwechsel bestraft wurde.

Hamiltons Angriff: Die perfekte Startposition verpasste Weltmeister Hamilton aufgrund eigener Fehler. Der vierte Rang bedeutet aber, dass er sich die Spitzenposition in der Gesamtwertung zurück holen kann. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff glaubt an einen Sieg Hamiltons, der zum insgesamt 100. Mal einen Grand Prix gewinnen kann. Mit vier Erfolgen ist der 36-Jährige bereits Rekordsieger in Sotschi. Und überhaupt: In allen sieben bisherigen Rennen stand im Olympiaort von 2014 immer ein Silberpfeil am Ende ganz vorne.

Norris' Überraschung: Am Talent des 21-Jährigen Briten gibt es schon lange keine Zweifel mehr. Mit seiner Sensationsfahrt ganz nach vorne hatte am Samstag aber kaum jemand gerechnet. Vor zwei Wochen war Lando Norris in Monza schon Zweiter hinter Teamkollege Daniel Ricciardo geworden. Gibt es nach der ersten Pole nur den ersten Sieg? Das wird sicher schwierig, denn über eine ganze Renndistanz dürfte die Konkurrenz, vor allem Mercedes, schneller sein.

Russells Ausrufezeichen: Eigentlich gibt es das Auto von George Russell gar nicht her - und trotzdem startet der Brite vom dritten Platz. Auf der langsam abtrocknenden Piste zeigte der künftige Mercedes-Fahrer im Williams am Samstag viel Mut und legte eine perfekte Runde hin. Der 23-Jährige entwickelt sich rasend schnell immer weiter und wird im kommenden Jahr definitiv eine große Bereicherung für die Silberpfeile.

Vettels Zweifel: Sebastian Vettel ist skeptisch. "Überholen ist hier überhaupt nicht leicht", sagte der viermalige Weltmeister. Dass er nur auf Platz elf loslegen kann, ist deswegen denkbar schlecht. Im Aston Martin soll es für den WM-Zwölften endlich wieder Punkte geben. In Russland konnte er noch nie gewinnen, schaffte es im Ferrari aber immerhin schon zweimal auf das Podest.

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