Die steigenden Wohnkosten – hier eine Demo vor dem Stuttgarter Rathaus – in der Großstadt belasten auch die Beschäftigten der Stadtverwaltung. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Die Landeshauptstadt braucht weiteres Personal und steht dabei in Konkurrenz mit anderen Kommunen. Hilft eine Zulage?

Stuttgart - Die Forderungen der Sozialdemokraten im Gemeinderat nach einer Ballungsraumzulage, die anhaltenden Probleme der Stadt bei der Personalgewinnung und eine Angebot der Gewerkschaft Verdi führen in der kommenden Woche zu einem Spitzengespräch. An dem Treffen sollen Verdi-Vertreter und OB Fritz Kuhn (Grüne) sowie die Bürgermeister für Verwaltung und Finanzen, Fabian Mayer und Thomas Fuhrmann (beide CDU) teilnehmen.

Die SPD im Rat fordert eine tarifliche Ballungsraumzulage von bis zu 200 Euro für untere und mittlere Entgeltgruppen, konkret bis zu den Gruppen E 12/E 13 (E 13 reicht von 3996 bis 5842 Euro brutto). Die Genossen denken dabei an eine Stufenlösung, also ein Absinken der Zulage bei höherer Tarifstufe. Profitieren könnten von der Zulage bis zu 9000 der 17 700 Tarifbeschäftigten in der Stadtverwaltung. 3000 Erzieherinnen und Erzieher erhalten allerdings bereits seit einigen Jahren eine Zulage von 100 Euro im Monat. Sie sollte abgeschmolzen werden, wurde aber wegen des anhaltenden Personalmangels in diesem Bereich mehrfach verlängert.

Berechnung von Varianten

Die Verwaltung solle zu den Beratungen für den Doppelhaushalt 2020/2021 verschiedene Varianten, zum Beispiel auch eine Zulage nur bis zur Entgeltgruppe E 10, berechnen und die Kosten für den Haushalt nennen, sagt SPD-Fraktionschef Martin Körner. Der Gemeinderat erwarte dazu am 6. November einen Bericht. Am 18. November beginnt die ganztägige erste Lesung des Doppelhaushalts.

Das Spitzengespräch mit Verdi sei „ein erster Schritt in die richtige Richtung“, so Körner. Die Stadt München hat mit Verdi ein Zusatzentgelt vereinbart (134 Euro), dort werde über eine Aufstockung gesprochen. Die SPD erwartet, dass mit der Zulage leichter Personal gefunden werden kann, weil sie zum Beispiel ein Mittel zur Abfederung der stark gestiegenen Wohnkosten in der Landeshauptstadt sei.

Die Verwaltungsspitze teilt diese Einschätzung nur begrenzt. Sie befürchtet eine verschärfte Konkurrenz mit den Umlandkommunen. Zahlten diese auch mehr, könne man kaum zusätzliches Personal für Stuttgart gewinnen.

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