Die Alligators treffen in einer vorentscheidenden Partie in der Regionalliga auf die Biberach Beavers – der Meister steigt wohl direkt in die zweite Liga auf. Dazu müsste sich der gesamte Verein mächtig strecken.
Crunchtime. In der Football-Regionalliga Südwest geht es in die entscheidende Phase. Für die Leonberg Alligators stehen noch vier Partien auf dem Plan, die an diesem Samstag (16 Uhr) bei den Biberach Beavers ist eine extrem wichtige – es kämpfen die Teams um den Sieg, die als einzige in der Liga erst ein Spiel verloren haben. Die Alligators gleich zum Start gegen die Holzgerlingen Twister (3:13), die Beavers ebenfalls beim Debüt gegen die Fellbach Warriors (14:24.). „Wir haben uns intensiv auf diese Begegnung vorbereitet“, sagt der Leonberger Headcoach Fabian Hoyer, „wir müssen eine fehlerfreie Leistung abliefern.“
Es ist das vorweggenommene Championship-Game, das wahrscheinlich entscheidet, wer am Ende in der Regionalliga über allen anderen thront. „Auf jeden Fall wird es eine andere Nummer als das Spiel gegen die Scorpions“, sagt Fabian Hoyer, „da müssen wir die Unaufmerksamkeiten abstellen, die wir noch gegen Stuttgart gezeigt haben.“ Die Biber aus Biberach wollen Meister werden, ihre beste Waffe heißt Octavious Carter – der Wide Receiver erzielte beim 75:34 über die Heidelberg Hunters fünf Touchdowns. Der 23 Jahre alte Import ist Lieblings-Passempfänger vom US-amerikanischen Quarterback Michael Van Deripe. „Ein herausragender Mann, der fängt jeden Ball“, sagt Hoyer, „die Beavers haben die beste Offense der Liga.“
Vorentscheidendes Spiel in Biberach
Crunchtime. Beavers oder Alligators? Der Sieger des Spiels geht mit einem Vorsprung in den Endspurt, wo dem Titelträger der Aufstieg in die German Football League 2 als Belohnung winkt. Platz eins ist in dieser Saison doppelt attraktiv: Es wird wohl so kommen, dass der Meister direkt in die GFL 2 hochgereicht wird und sich nicht erst in einer Relegation durchsetzen muss. Eine verlockende Chance für die Alligators.
Doch um in der zweiten Liga antreten zu dürfen, ist nicht nur die Vorlage der sportlichen Qualifikation in Form eines Meisterbriefs vonnöten, sondern auch eine Lizenz der GFL. Dazu müssen die Alligators eine dicken Stoß Unterlagen fürs Lizenzierungsverfahren einreichen. Da ist der Nachweis der Wirtschaftlichkeit gefordert – Vermögensspiegel, Einnahme-Überschuss-Rechnung, eine eidesstattliche Versicherung des Jahresabschlusses, ein Haushaltsplan und Sponsorenverträge sind nur einige der Schriftstücke, die geprüft werden. Es ist, um im Football-Jargon zu bleiben, ein weiter Lauf in die Endzone der GFL 2.
Großer Schritt in die GFL 2
Es geht noch weiter. Auch die Infrastruktur des Vereins wird begutachtet. Größe des Stadions, Tribünen, Parkplätze, sanitäre Bedingungen, Art der Verpflegungsstände, Sicherheits- und Hygienekonzept – alles wird von der GFL durchleuchtet, da die Liga auf einen Standard rund um die Ligaspiele wert legt. „GFL 2 und Regionalliga, das ist ein Riesenunterschied“, betont Janosch Horvath, der Offense Coordinator der Leonberger, „auch wenn es nur eine Spielklasse höher ist.“ Aus Baden-Württemberg spielen die Pforzheim Wilddogs und die Albershausen Crusaders in der GFL 2 Süd.
Alligators und Stammverein SV Leonberg/Eltingen müssten sich ins Zeug legen, um die Bedingungen zu erfüllen. Dass sich die Footballer in Aufstiegsgefahr befinden, ist längst zu Geschäftsführer Carsten Nestele durchgedrungen, er hat die Partie gegen die Scorpions live verfolgt. „Wir haben uns schon unterhalten und wir werden uns bald wieder unterhalten“, sagt er. In diesen Gesprächen geht es ums Grundsätzliche, darum, ob die Alligators in der GFL 2 überhaupt denkbar sind – ob der Verein die nötigen Voraussetzungen dafür schaffen kann.
Ein neuer Kunstrasen wäre wünschenswert
Da ist die Frage des Trainingsgeländes. Es geht um den Untergrund und ums Flutlicht. Bei nassem Wetter sind Rasenplätze für die schweren Jungs tabu, weil das Geläuf zu sehr leiden würde. Selbst der Hybridrasen scheint nur bedingt footballkompatibel zu sein. Und wenn es wieder früh dunkel wird, bleibt nur der Kunstrasen im Lewa-Sportpark, weil’s dort künstliches Licht gibt. Die Footballer sind aber nicht die einzigen. „Der Platz muss mitunter in vier Parzellen fürs Training aufgeteilt werden“, erzählt Nestele. Ein Neubau eines zweiten Kunstrasens (Kosten etwa 500 000 Euro) ist aufgrund der angespannten finanziellen Situation des SV ausgeschlossen. Es geht auch um die Gegebenheiten um den Kunstrasen. Die Infrastruktur müsste zumindest ein Stück weit aufgerüstet werden, um das GFL-Siegel zu erhalten.
Carsten Nestele steht den Footballern offen gegenüber. „Wir müssen klären, was wir stemmen können“, sagt er und betont: „Ein Zweitligist wäre eine tolle Sache für den Verein und für die Stadt.“ Auch die Alligators, die nicht als Utopisten bekannt sind, wollen in die GFL 2 marschieren, wenn sich die Tür öffnet. „Es kommen harte Wochen auf uns zu. Aber wir können es stemmen“, ist Headcoach Fabian Hoyer sich sicher. Enorm wichtig wäre aber zunächst ein Sieg bei den Biberach Beavers. Crunchtime.