Im Jahr 2019 spielten die Bondorf Bulls ihre erste Football-Saison der Vereinsgeschichte. Heute sind sie ein etabliertes Team in der Oberliga – und wollen womöglich mehr.
Die aktuelle Saison könnte bislang kaum besser laufen. Nach drei Siegen aus drei Spielen stehen die Bondorf Bulls an der Tabellenspitze der Football-Oberliga Baden-Württemberg.
Noch liegen sieben Duelle vor dem Team von Headcoach Timo Müller – unter anderem geht es noch zweimal gegen die starken Red Knights Tübingen –, doch der Start in die Saison war schon einmal ausgezeichnet. Sogar der Aufstieg in die 3. Liga ist nicht ganz unrealistisch. Das ist umso bemerkenswerter, als die Bondorf Bulls vor ein paar Jahren noch absolute Frischlinge waren und in der untersten Liga antraten.
Die Reise der Bondorf Bulls beginnt mit zehn Footballern
2017 hatten sich die American-Football-Begeisterten Moritz Fritsch und Max Dunnigan im Raum Herrenberg auf die Suche nach einem Team gemacht. Bei den Herrenberg Raptors gab es nur Jugendmannschaften, mehr war wegen fehlender Trainingsplätze nicht möglich. Da Fritsch in Bondorf wohnte, ging man auf den örtlichen Sportverein zu, um eine Football-Abteilung zu gründen – und siehe da: Es klappte. „Zu Beginn waren wir zu zehnt, da haben wir nur trainiert“, erzählt Fritsch.
2019 in die erste Saison gestartet
Doch schnell wuchs das Team, die Gründer legten sich dafür mächtig ins Zeug: „Wir mussten den Leuten sagen: Kommt ins Training, irgendwann wird das schon klappen. Wir haben Football-Interessierte gesucht, die die Perspektive sehen, ohne zu wissen, ob es was wird“, so Fritsch. Dabei kamen auch viele Spieler zu den Bondorf Bulls, die bislang wenig Ahnung von American Football hatten. „Wir hatten viele Anfänger, die mussten wir erst ready machen.“
Die erste Saison der Bondorf Bulls
Zur Saison 2019 starteten die Bondorf Bulls ihre erste Saison – in der Kreisliga Baden-Württemberg Süd. „Am Anfang war einfach nur Zocken angesagt“, so Fritsch. „Da machten wir uns keine Gedanken, was wir wirklich erreichen wollen. Wir hatten natürlich gehofft, dass wir das eine oder andere Spiel gewinnen werden, aber kein Bedürfnis irgendwo hin aufzusteigen.“
Doch es lief besser als erwartet. Mit vier Siegen und vier Niederlagen beendeten sie die aus fünf Teams bestehende Liga auf Rang drei. Und schon die Folgesaison, die aufgrund der Coronapandemie bei der Hälfte abgebrochen werden musste, zeigte Fritsch: „Das läuft gar nicht so schlecht – da geht was.“ Und wie: 2021 gelang der Aufstieg in die Bezirksliga, 2022 der Sprung in die Landesliga und 2023 sogar der Aufstieg in die Oberliga. Ein Grund für die kontinuierlich gute Leistungen: Den Bondorf Bulls gelang eine gute Mischung zwischen hartem Kern und Neueinsteigern.
Bondorf Bulls steigen in der Verlängerung in die Oberliga auf
Der Oberliga-Aufstieg war das bislang schönste Erlebnis für Moritz Fritsch und Max Dunnigan, die bis heute die Abteilung anführen. „Es war klar: Wer das gewinnt, wird Meister“, erinnert sich Fritsch noch an das das letzte Spiel gegen die Red Knights Tübingen, das sich zu einem echten Krimi entwickeln sollte.
Erst in der Verlängerung fiel die Entscheidung. Das Fieldgoal zur Meisterschaft gelang Pascal Ulmer. „Um uns herum 1300 Zuschauer, und du siehst, wie das Ei durch die Stangen segelt“, schwärmt Fritsch von diesem Moment. „Das war unglaublich cool.“
Ohne ehrenamtliche Helfer geht nichts
Erneuter Aufstieg der Bondorf Bulls ist denkbar
Bei allem sportlichen Erfolg ist die Abteilung immer darauf angewiesen, dass viele Leute im Umfeld mitziehen. Nur dank freiwilliger Helfer ist das alles möglich. „Ohne Ehrenamt funktioniert es nicht“, betont Fritsch. Neben Instandhaltungstätigkeiten und Arbeiten rund um das Vereinsleben werden jedes Mal etwa 15 Personen pro Spieltag benötigt – für den Verkaufsstand, als Chaincrew (Helfer an der Seitenlinie) oder als Stadionsprecher.
Und nun ist sogar der erneute Aufstieg denkbar: Soll es mit den Bondorf Bulls wirklich noch eine Liga höher gehen? Abteilungsleiter Fritsch, der selbst nach wie vor auch auf dem Feld mitmischt, hat da zwei Sichtweisen. „Als Spieler will ich natürlich jedes Spiel gewinnen“, sagt der Football-Verrückte, „als Abteilungsleiter wünsche ich mir vor allem eine verletzungsfreie Saison.“ Zudem wäre ihm wichtig, dass der harte Kern der Abteilung zusammenbleibt – also jene Leute, die ihre Bondorf Bulls in wenigen Jahren aus dem Nichts zu einem Topteam entwickelt haben.
So geht es weiter
Die nächsten Spiele:
Die Bondorf Bulls treffen als nächstes auf die Ludwigsburg Bulldogs (6. Juni), anschließend gastieren sie bei den Red Knights Tübingen (20. Juni).
Rückrunde
Am 4. Juli startet die Rückrunde, in der die Bondorf Bulls noch einmal auf alle fünf Ligarivalen treffen. Das letzte Spiel ist am 1. August.