„Ich habe nicht gedacht, dass wir das zehn Jahre machen“, sagt Firmengründer Daniel Krcmar über sein Cateringunternehmen Lou’s.Foto: Caroline Holowiecki Foto:  

Der Foodtruck-Caterer Lou’s aus Leinfelden feiert dieser Tage sein zehnjähriges Firmenbestehen. Wie steht es um die rollende Gastrobranche? Der Gründer Daniel Krcmar spricht von Höhen und Tiefen.

Am Anfang war die Maultasche. So könnte ein echt schwäbisches Geschichtle beginnen. Auch für Daniel Krcmar hat so vieles angefangen – und sich zu einer Erfolgsstory entwickelt. Mit seinem Cateringunternehmen Lou’s feiert er dieser Tage das zehnjährige Firmenbestehen in Leinfelden. „Ich habe nicht gedacht, dass wir das zehn Jahre machen“, sagt er.

 

Im Jahr 2014 noch eine verrückte Idee

2014, da war das Ganze noch eine verrückte Idee. Er, der studierte BWLer und einstige Unternehmensberater, der sich mit einem Studienkollegen zusammentut, um einfach mal was anderes zu machen. In die Gastronomie sollte es gehen, und etwas Regionales sollte es auch sein. „Da brauchst du eine 1a-Lage und zahlst hohe Mieten, deswegen haben wir es auf Räder gestellt“, erzählt Daniel Krcmar.

Foodtrucks gibt es heute bei nahezu jeder Freiluftveranstaltung, seinerzeit sei es aber noch kein Trend gewesen. „Damals war das crazy Imbisswagen bei Hornbach. Dass das was Hippes sein kann, war den Leuten damals nicht bewusst“, sagt er, lacht und fügt an: „Uns auch nicht.“

Los ging es mit einem Foodtruck, aus dem Lou’s Maultäschle verkauft wurden, „ein Produkt, das wir geil finden, aber dem wir verschiedene Geschmäcker geben können“. Heute umfasst der Fuhrpark zehn Fahrzeuge. Marylou, Louigi oder Louna sind sie getauft. Ein Auto bietet Langos an, das andere Asiagerichte, das nächste Eis oder Lou’s Weckle, die sich zwischen Pulled Pork und Vegi bewegen. Auf Firmenveranstaltungen hat sich das Unternehmen spezialisiert. 2000 bis 3000 Personen könne man verköstigen. Ein Foodtruck könne 250 Speisen pro Stunde ausgeben. „Heute sind wir einer der größten und am längsten bestehenden Foodtruck-Anbieter Deutschlands“, sagt Daniel Krcmar. Einen Mitbewerber habe man geschluckt, andere hätten mit den Jahren aufgehört.

Daniel Krcmar : „Brutal schwieriges Business“

Männerdutt, pinkfarbener Kapuzenpulli, lockere Sprüche: Daniel Krcmar ist ein lässiger Typ. Dennoch verhehlt er nicht, dass das Cateringgeschäft hart ist. Der 39-Jährige spricht von einem „brutal schwierigen Business“. Zum einen sei da der Personalmangel, dem er mit Plakatkampagnen und Werbung auf Jobportalen begegne. Mitarbeitenden – der Gründer spricht von 20 bis 50 Angestellten, je nach Saison – lasse er unter anderem Physiotherapie angedeihen, „damit die Leute sich wohlfühlen“. Das Zwischenmenschliche ist das eine, das Finanzielle das andere. „Es ist schwierig, in dem Business Geld zu verdienen. Wir schaffen das, weil wir krass automatisiert und digitalisiert sind“, betont Krcmar. Beispiel Auftragsbearbeitung: Mail-Anfragen würden umgehend mit künstlicher Intelligenz nach Stichworten untersucht, um schnell und effizient reagieren zu können. Auch die weitere Kommunikation sei teilautomatisiert. Die Flaute in der Corona-Hochphase habe man genutzt, um Homepage oder Einarbeitungslisten zu optimieren. Nach starken Jahren 2022 und 2023 sei die Stimmung aktuell gedämpft. Die Zeiten seien unsicher, die Firmen hielten das Geld zusammen. „Trotz massiv gesteigerter Vertriebsaktivitäten kriegen wir weniger Aufträge“, sagt Krcmar. Saisonale Schwankungen gehören zur Branche. Von Januar auf Juli könne sich der Umsatz bisweilen aufs Zwölffache steigern. Diese Schwankungen hätten sich mittlerweile aber weiter erhöht. Will heißen: Das Foodtruckgeschäft ist und bleibt turbulent. Daniel Krcmar betont: „Man muss Bock drauf haben.“