Elena und Sophia Häußler mit Bürgermeister Matthias Schöck bei der Eröffnung des Fairteilers. Foto: S/tefanie Schlecht

Ab sofort steht ein Fairteilerhäuschen in der Ortsmitte von Hildrizhausen. Bürger können dort Lebensmittel hineinlegen oder mit nach Hause nehmen – und sie damit vor der Tonne retten.

Hildrizhausen - Was in Sindelfingen, Aidlingen oder Renningen bereits Schule gemacht hat, steht jetzt auch in Hildrizhausen: Seit Freitag gibt es einen Fairteiler im Bereich der drei neuen Parkplätze an der Ecke Kirchgasse/Hölderlinstraße. Das Häuschen ist täglich zwischen 6 und 22 Uhr für alle Bürger offen, die noch gute Lebensmittel vor der Abfalltonne retten möchten. „Jeder kann mitmachen“, sagt Sophia Häußler, die das Projekt gemeinsam mit Annabelle Breuninger angestoßen hat. „Wer Zucchinis im Garten geerntet hat oder bald in Urlaub fährt und die Lebensmittel nicht wegschmeißen will, legt sie ins Regal oder den Kühlschrank.“ Andere wiederum können die Sachen mit nach Hause nehmen und verwerten. Ein Putz- und Hygieneteam kümmere sich täglich darum, dass der Fairteiler den Standards des Veterinäramtes entspricht.

 

Diese Lebensmittel dürfen nicht geteilt werden

Die Regeln des „Fairteilens“ sind im Häuschen ausgehängt: „Lebensmittel mit Verbrauchsdatum wie Fisch oder Hackfleisch dürfen nicht geteilt werden“, erläutert die 20-Jährige. Zusätzlich zu den privaten Gaben gibt es im Fairteiler auch Lebensmittel von Betrieben und Bäckereien aus dem Landkreis. Diese „retten“ Häußler und weitere Ehrenamtliche vor der Tonne.

„Wir müssen Lebensmittel wertschätzen“

Fünf Fairteiler wurden im Landkreis schon im Rahmen der Initiative „Foodsharing“ ins Leben gerufen, für die sich Häußler ehrenamtlich engagiert. An der Planung für die Hausemer Abgabestelle seien aber auch lokale Elektriker, Landschaftsgärtner, Schreiner und viele Privatpersonen, die Geld gestiftet haben, beteiligt gewesen, erzählt die Biochemie-Studentin. Der Fairteiler lebe davon, dass die Menschen mitmachen – auch wenn es sich für manche vielleicht erst mal „komisch“ anfühle, Lebensmittel dort abzuholen. „Wir müssen Lebensmittel wertschätzen“, ist die 20-Jährige überzeugt. Denn: „ Da steckt so viel Zeit und Arbeit drin.“