Für den Weihnachtsmarkt soll es als Folge der Terroranschläge in Paris keine Einschränkungen geben Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stadtverwaltung und Polizei haben sich am Tag nach den Terroranschlägen von Paris abgestimmt. Ergebnis: Für den am 25. November beginnenden Weihnachtsmarkt soll es keine Einschränkungen geben.

Stuttgart - Nichts geht mehr – das ist beim Weihnachtsmarkt in Stuttgart ob der schieren Besuchermasse oft der Fall, wenn man sich zwischen den Ständen schnell fortbewegen möchte. Man mag also gar nicht dran denken, was im Fall eines Anschlags und einer Massenpanik hier geschehen würde. Und doch deutet auch nach den Anschlägen von Paris noch nichts darauf hin, dass es bei der am 25. November beginnenden Veranstaltung verschärfte Sicherheitsvorkehrungen oder gar Einschränkungen für die Besucher geben könnte. Das gilt auch für andere Großveranstaltungen in Stuttgart. Das ist aber eine Momentaufnahme. Die Sicherheitslage wird kontinuierlich überprüft.

Verwaltung und Behörden haben sich abgestimmt

Die Stadtverwaltung sowie die Polizei und andere Sicherheitsbehörden haben sich am Samstag, dem Tag nach den verheerenden Terroranschlägen in Paris, über die allgemeine Sicherheitslage in Stuttgart abgestimmt. Es versteht sich von selbst, dass die Polizei ihre Beamten in nächster Zeit noch ein bisschen genauer hinschauen lassen wird. Aber konkrete Anhaltspunkte, die zu einer anderen Einschätzung der Sicherheitslage zwingen, lagen nicht vor. Die Sicherheitsstufe sei nicht erhöht worden, sagte Jörg Klopfer, Sprecher der städtischen Veranstaltungsgesellschaft in.Stuttgart, die für die großen Hallen und den Weihnachtsmarkt verantwortlich ist. Natürlich sei der Opfer der Terroranschläge am Wochenende in der Hanns-Martin-Schleyerhalle und in der Porsche-Arena gedacht worden, sagte Klopfer. Die ADAC-Supercrossveranstaltung in der Schleyerhalle sowie das Konzert des Sängers Sido und ein Wrestling-Event am Samstag in der Porsche-Arena wurden wie geplant über die Bühne gebracht. Maßgeblich sei immer, wie die Polizei und das Innenministerium die Lage einschätzten, so Klopfer. Entsprechend werde man reagieren.

Auch für den Weihnachtsmarkt gehen die Überlegungen grundsätzlich weiter. Bei früheren Gelegenheiten waren von der damaligen Stadtspitze die Möglichkeiten, wirksamen Schutz vor Terror oder auch unpolitischen Amokläufen zu realisieren, allerdings nüchtern eingeschätzt worden. An Anlässen für Überlegungen fehlte es nicht. So wollten im Jahr 2000 vier algerische Islamisten aus Frankfurt auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt eine Bombe zünden – sie wurden noch rechtzeitig gestoppt. Regelmäßig musste man sich bei solchen Gelegenheiten eingestehen, dass es 100-prozentigen Schutz nicht gibt, wenn Anschlagspläne nicht rechtzeitig entdeckt werden. Um Mitarbeiter im Rathaus vor Amokläufern zu schützen, müsste man eine Personenschleuse einbauen. Das wäre teuer und liefe dem Ziel zuwider, das Rathaus für die Bürger zu öffnen.

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