Der Schorndorfer Förster Julian Schmitt ist seit Sommer auch für den Fellbacher Stadtwald zuständig. Foto: Gottfried Stoppel

Der Großteil der 268 Hektar umfassenden Fläche befindet sich auf dem Fellbacher Kappelberg – dazu kommt der Scillawald in Oeffingen. Die größte Herausforderung bleibt der Klimawandel.

Der Zustand könnte deutlich schlimmer sein. Doch der Fellbacher Stadtwald bereitet den Verantwortlichen in der Stadt am Fuße des Kappebergs vergleichsweise wenig Sorgen. Man könne konstatieren, „dass unser Wald ganz gut in Schuss ist“, erklärte Baubürgermeisterin Beatrice Soltys im Gemeinderat. „Wir sind auf einem guten Weg, um den klimatischen Verhältnissen zu trotzen.“

 

Der Fellbacher Stadtwald umfasst eine Gesamtfläche von rund 268 Hektar und befindet sich zu einem großen Teil auf dem Schurwald. Weniger bekannt und auch bedeutend kleiner ist das Areal ganz im Norden der Stadt, das bis direkt an den Neckar reicht: Es ist der Scillawald beim Weidachtal. „Der Oeffinger Scillawald steht in seiner herausragenden Besonderheit unter vierfachen Schutz – als Biotop, Waldlebensraum, Naturschutzgebiet und Schonwald“, so die Analyse der Fellbacher Forstexperten.

Julian Schmitt ist seit Sommer der Förster

Wie sich der Stadtwald entwickelt hat und wie seine Perspektiven sind, stellte Soltys unter der Überschrift „Forsteinrichtungserneuerung für den Zeitraum 2025 bis 2034“ vor. Für den Fellbacher Stadtwald war über drei Jahrzehnte der Revierförster Stefan Baranek zuständig, und er hat seine Sache sehr gut gemacht, wie die Stadträte seine regelmäßigen Berichte im Lokalparlament würdigten.

Baraneks Eintritt in den Ruhestand in diesem Jahr nutze die Stadtverwaltung allerdings zu einer personellen wie auch strategischen Veränderung: In einem neuen Kooperationsmodell ist der Schorndorfer Förster Julian Schmitt nun auch für Fellbach zuständig. Seinen Dienst hat der 37-jährige Forstingenieur Anfang Juli angetreten. Positiver Effekt für Fellbach: Diese Kooperation bedeutet auch eine Reduzierung der Kosten für die Betreuung des Waldes – Fellbach spart damit rund 65 700 Euro jährlich.

Schmitt findet in seinem erweiterten Aufgabengebiet einen Stadtwald vor, der sich aufgrund seiner Lage und „nördlichen Exposition“ noch in einem vergleichsweise guten Zustand befindet – insbesondere auch im Hinblick auf den Klimawandel.

Für die Baubürgermeisterin steht fest: „Die größten Herausforderungen ergeben sich durch den Klimawandel: Dürreperioden und deren Folgeschäden führen weiterhin zu Kalamitätsholz.“ Nach Soltys’ Angaben zeigen sich bereits Risiken bei bestimmten Baumarten: „Die Fichte ist stark gefährdet, Buche und Kiefer weisen ein mittleres Risiko auf.“

Die klimatischen Veränderungen machen es somit auch in Fellbach notwendig, alle Waldbestände möglichst stabil und breit gemischt zu entwickeln. „Nur vitale Bäume mit gut ausgebildeten Kronen sind widerstandsfähig gegenüber Trockenheit und Schädlingen.“ Soltys’ Mahnung: „Der Erhalt des Waldes ist keine Selbstverständlichkeit mehr.“

Die Buche ist am stärksten vertreten

Mit 83 Prozent dominieren derzeit die Laubbäume den Gemeindewald, während 17 Prozent auf das Nadelholz entfallen. Kiefer, Fichte und Lärche haben durch Dürreschäden an Fläche verloren. Die Buche ist mit einem Flächenanteil von 38 Prozent die am stärksten vertretene Baumart im Fellbacher Wald, gefolgt von der Eiche mit 28 Prozent.

In der Debatte zeigten sich alle Redner zufrieden mit dem Sachstandsbericht zum Fellbacher Wald, der ein Nutzwald wie auch „ein wichtiger Erholungsraum für Fellbacher Bürgerinnen und Bürger ist“, so Ruth Lemaire (SPD). Landwirt Peter Treiber (Freie Wähler/Freie Demokraten) skizzierte die Lage so: „Wir können zufrieden sein, unser Wald ist ein Generationenvertrag; wir müssen in längeren Zyklen denken.“